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God save the Mehrheit

Länder: Großbritannien

Tags: Cameron, Miliband

England wählt eine neue Regierung. 650 Sitze sind neu zu vergeben. Und selten zuvor ging es in den Umfragen so knapp zu. Die konservativen Tories unter Amtsinhaber David Cameron liegen Kopf an Kopf mit den Sozialdemokraten von Labour-Herausforderer Ed Miliband. Allerdings wird voraussichtlich keine der beiden großen Parteien alleine regieren können. Damit scheint eine erneute Koalitionsregierung, wie auch bisher die von Tories und Liberaldemokraten, unvermeidlich.

Wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse sagen Wahlforscher jetzt  bereits voraus, dass die Entscheidung über die Bildung der neuen Regierung Tage bis Wochen in Anspruch nehmen könnte. Denn bei den Koalitionen sind diesmal viele unterschiedliche Konstellationen möglich.

 

Fraglich schien zuletzt, ob es für Premier David Cameron für weitere 5 Jahre zu einer Koalition mit den Liberaldemokraten reichen wird. Ihnen werden große Verluste vorausgesagt. Sollte Parteichef Nick Clegg seinen Parlamentssitz verlieren, will er außerdem zurücktreten. Seine möglichen Nachfolger gelten eher als Anhänger einer Koalition mit Labour. Im Wahlkampf haben die Liberaldemokraten bereits erklärt, für eine Zusammenarbeit mit beiden großen Parteien zur Verfügung zu stehen.

 

Möglich ist auch, dass sich Tories oder Labour in einer Minderheitsregierung von anderen Parteien „dulden“ lassen. Das bedeutet, dass sie zwar die meisten Sitze im Unterhaus haben, bei Gesetzesvorhaben von Fall zu Fall aber auf die Unterstützung einer anderen Partei angewiesen sind. Labour könnte hierbei auf die schottischen Nationalisten (SNP) setzen, denen über 50 Sitze vorausgesagt werden.

 

Premier Cameron hat im Fall der Wiederwahl ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU angekündigt. Labour-Boss Miliband gilt als sehr viel europafreundlicher. Mit Spannung wird auch das Abschneiden der europafeindlichen UKIP erwartet. Ihr werden 15 Prozent der Stimmen prognostiziert – und bis zu 4 Abgeordnete in Westminster.

 

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Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016