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Globalisierung, ein überschätztes Phänomen

Länder: Europäische Union

Tags: durchgecheckt, Globalisierung

Ein in China hergestelltes I-Phone wird in Europa und den USA teuer verkauft – dabei hat China kaum etwas zur Wertschöpfung beigetragen, sondern lediglich importierte Bauteile zusammengesetzt. Deswegen geht man davon aus, dass die wirtschaftliche Macht der „Werkbänke der Welt“ in den Ausfuhrstatistiken überschätzt wird.

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Pascal Lamy, ehemaliger Generalsekretär der Welthandelsorganisation WTO, schreibt dazu: "„Seit dem Mittelalter misst man den internationalen Handel, indem man den Zähler jedes Mal erhöht, wenn eine Ware oder eine Dienstleistung eine Grenze überquert. Das entspricht einem Wirtschaftsmodell, bei dem jedes Produkt, das in einem Land hergestellt und in einem anderen konsumiert wird, als internationaler Export vom ersten ins zweite Land gilt. Doch diese Welt gibt es nicht mehr. Wir leben heute in einer Wirtschaft, in der die Produktionsketten für Waren und Dienstleistungen immer weiter untergliedert und auf verschiedene Länder aufgeteilt werden. Alles wird überall ein bisschen produziert. Rund zwei Drittel des internationalen Handels, ob Waren oder Dienstleistungen, betreffen den Austausch von Einzelteilen oder ‚Stücken‘ von Produkten“." (Quelle: Zeitschrift „Alternatives économiques“, Sondernummer 101, April 2014)
 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016