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German: Wutbürger gegen den Beton

Länder: Spanien

Tags: German Ojeda, Bucht von Gijón, Bürgerinitiative

Diese Woche sucht Vox Pop den Spanier German Ojeda auf. Im Rahmen einer Bürgerinitiative kämpft der Professor für Wirtschaftswissenschaften und Geschichte für den Erhalt des letzten unberührten Strandes in der Bucht von Gijón, der von Immobilienvorhaben bedroht ist.

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Montag, 16. Juni

02:45

Vox Pop

Muss man sich vor dem Transatlantischen Freihandelsabkommen fürchten?

Als Ergänzung zur Fernsehsendung bietet Vox Pop jede Woche im Internet eine Vertiefung der behandelten Themen sowie Hintergrundinformationen an. Hier finden Sie weiterführende Artikel und Dokumente, auf die sich unsere Journalisten bei ihren Recherchen gestützt haben.

 

Die Bürgerbewegung im Nordwesten Spaniens entstand ziemlich kurzfristig. Eine Handvoll Nachbarn entschied sich spontan dazu, gemeinsam zu handeln, um einen der letzten naturbelassenen Strände in der Bucht von Gijón vor der Bauwut der Immobilienunternehmen zu schützen. Mit der galoppierenden Urbanisierung der letzten Jahrzehnte hat sich die beschauliche tausendjährige Stadt an der asturischen Küste in einen großen hochmodernen Badeort verwandelt. Die Einwohner von Gijón haben ihre Küste bereits „die Mauer“ getauft – eine Anspielung auf die unzähligen Gebäude, die heute zu Hunderten die Küste säumen. Doch dieses Mal haben sich viele Menschen zusammengetan, darunter German Ojeda, um dem Beton den Krieg zu erklären.

 

Einkaufszentrum an der Küste

In der asturischen Tageszeitung La Nueva España berichtet die Journalistin Miriam Suárez von der Nachbarschaftsinitiative, die den Bau eines großen Einkaufszentrums an der Küste, ein Projekt des Bauträgers Astur Promotora, vereiteln soll. Der „Verein der Freunde der Bucht von Gijón“ hat sich das Ziel gesetzt, „den letzten großen Zufluchtsort in der Bucht, der noch nicht erstürmt wurde“ zu bewahren. Die Bewohner der Stadt sind der Meinung, dass „die Stadtverwaltung Einzelinteressen über das öffentliche Interesse stellt.“ Die kürzlich gegründete Vereinigung rief die Stadtverwaltung dazu auf, ihrer Verantwortung zum Erhalt der Meeresküste von Gijón gerecht zu werden. Als Alternative zu dem Bauprojekt schlägt sie vor, das Gebiet unantastbar au machen und aus dem naturbelassenen Strand „einen richtigen Entspannungs- und Freizeitort“ für die Einheimischen zu machen. Beim Bauträger stoßen diese Forderungen auf Unverständnis. Spöttisch fragt Javier Menéndez Barreiro, Rechtsberater von Astur Promotora: „Wo waren sie [die Freunde der Bucht von Gijón, Anm.d.Red.] 2004 bei den ersten Gesprächen über dieses Projekt?“. Doch die „Amigos“ sind entschlossener denn je, die Schlacht gegen den Bauriesen für sich zu entscheiden.

Manuel Vicuña

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016