Georgien: Afrikaaners neues Land

Länder: Georgien

Tags: Landwirtschaftssachen

Georgien bietet weißen Farmern aus Südafrika neues Land und eine neue Nationalität. Die Georgier wollen damit ihrer post-sowjetisch unterentwickelten Landwirtschaft zu nie gekannter Produktivität verhelfen. Unddie Afrikaaners, die weißen Farmer aus Südafrika, finden in Georgien eine neue Heimat – fern von all den Ungewissheiten und den Bedrohungen durch die zögerliche Rückgabe des Landes an die Schwarzen Farmer.

Die Familie Venter ist aus ihrem verlorenen Paradies in Südafrika ausgezogen, zunächst in eine runtergekommene Wohnung mitten in Tiflis, als Zwischenstation auf ihrem Weg nach neuem Land. Sie sind überrascht von der Herzlichkeit der Menschen und von den mittelalterlichen Methoden der georgischen Landwirtschaft. 

Sie flüchteten vor den Morddrohungen ihres schwarzen Nachbarn in Südafrika, der nichts lieber haben wollte als ihr Land – aber die Regierung dort ist schwer in Verzug geraten mit dem Rückkauf des Weißen Landes für die Schwarzen – das schürt die Spannungen zwischen Schwarz und Weiß. 

Piet Kemp bewirtschaftet seine neue Farm bereits seit zwei Monaten mit ein paar Helfern, seine Frau und sein Enkel sind noch in Südafrika geblieben, wenn alles gut geht, kommen sie bald nach. Mit seinen 68 Jahren steht er ganz am Anfang eines neuen Lebens ohne Aussicht auf Frühpensionierung. 

Unsere Reporter haben die Familien Kemp und Venter in Südafrika und in Georgien besucht – zwei von 90 Afrikaanern, die auf Einladung der georgischen Regierung schon durch das Land fuhren auf der Suche nach einer neuen Heimat – 40 von ihnen sind seitdem ernsthaft interessiert und neun Farmer haben sich bereits entschieden, für immer nach Georgien zu ziehen.

Eine reportage von Géraldine Schwarz und Alexandre Ifi – ARTE GEIE / Berlin Factory Production – Deutschland 2011

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016