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Geiselnahme in Bamako beendet - 18 Menschen sterben

Länder: Mali

Tags: Terrorismus, Dschihadisten

Das Geiseldrama in Malis Hauptstadt Bamako ist beendet. Die traurige Bilanz: 21 Tote. Die Regierung sucht nun mit Hochdruck nach den Komplizen der Täter. Noch ist völlig unklar, welche Gruppierung hinter dem Anschlag steckt. 

Nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel in Bamako fahndet die Regierung nun nach Komplizen. Bei der Geiselnahme sind 21 Menschen, darunter auch die beiden Angreifer, getötet wurden. Das bestätigte Präsident Ibrahim Boubacar Keïta. Insgesamt seien 140 Gäste und 30 Angestellte in die Gewalt der bewaffneten Angreifer geraten, erklärte der Konzern Rezidor, der das Hotel Radisson Blu im Zentrum von Bamako betreibt. Malis Regierung verhängte in der Nacht zum Samstag den Ausnahmezustand, der zehn Tage für das gesamte Staatsgebiet gilt. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden. 

 

Mali muss sich mit radikalen Islamisten im Land auseinandersetzen. Sehen Sie hier die Analyse des Imams Mahmoud Dicko, Präsident des Hohen Rates des Islam in Mali.

 

Ein Angriff von Dschihadisten

Berichten zufolge bekannten sich zwei mit dem Terrornetz Al-Kaida verbundene Islamistengruppen zu dem Anschlag. Sie eröffneten demnach in der siebten Etage des Hotels das Feuer. Sie seien in einem Auto mit Diplomatenkennzeichen auf das Hotelgelände gelangt. Der Einsatz der Spezialkräfte im Radisson Blu Hotel sei mittlerweile abgeschlossen, sagte Salif Traore, der malische Minister für Innere Sicherheit. Das Gelände um das Hotel bleibe aber abgesperrt, während das Justizministerium versuche, die Leichen zu identifizieren. 

Auch internationale Opfer

Nach Angaben des Moskauer Außenministeriums wurden auch sechs Russen getötet. Die Opfer seien Mitarbeiter der Frachtfluglinie Wolga-Dnjepr gewesen, teilte die Gebietsverwaltung von Uljanowsk an der Wolga mit. Dort hat die Fluglinie ihren Sitz. Sechs andere Russen seien befreit worden. Der belgische Außenminister Didier Reynders teilte über Twitter mit, dass unter den Toten auch zwei Belgier seien. Außerdem sollen mindestens drei Chinesen und eine US-Bürgerin umgekommen sein. Nach Angaben des Hotelbetreibers Rezidor befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs 170 Menschen in dem 190-Zimmer-Hotelgebäude, das später von malischen Sicherheitskräften und ausländischen Spezialeinheiten gestürmt wurde. Nach Angaben des Justizministeriums wurden 105 Geiseln bereit. Rund 40 Menschen konnten während des Angriffs unversehrt fliehen. Nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier blieben die vier Deutschen, die sich in dem Hotel aufgehalten hatten, unverletzt. Auch türkische, indische und französische Staatsbürger waren zur Zeit des Überfalls dort.

Mali - immer wieder Ziel von terroristischen Anschlägen

In dem westafrikanischen Land kommt es immer wieder zu islamistischen Anschlägen. Im August wurden bei einer Geiselnahme und anschließenden Gefechten in einem bei Ausländern beliebten Hotel in der Stadt Sévaré 13 Menschen getötet, unter ihnen mehrere UN-Mitarbeiter. Zu dem Angriff bekannten sich damals malische Dschihadisten. Im März waren bei einem Attentat auf ein Restaurant in Bamako fünf Menschen getötet worden, darunter auch ein Franzose und ein Belgier.

Eine französische Militärintervention hatte Anfang 2013 in Mali den Vormarsch bewaffneter Islamisten in Richtung Süden gestoppt. Mehrere Gruppen verüben aber weiterhin Anschläge. Frankreich übergab den Militäreinsatz später der UN-Blauhelmtruppe Minusma. 

Die Bundeswehr beteiligt sich derzeit mit rund 220 Soldaten an zwei internationalen Militäreinsätzen in Mali; sie hat aber keinen Kampfauftrag, es geht hauptsächlich um Ausbildung und Transport. Nach den Anschlägen in Paris kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an, Deutschland werde sein militärisches Engagement in Mali deutlich ausbauen.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016