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Französischer Premier Valls verkündet Präsidentschaftskandidatur

Länder: Frankreich

Tags: Präsidentschaftsvorwahl, Sozialistische Partei, Manuel Valls

Der französische Premierminister Manuel Valls will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr antreten und tritt deswegen zurück. Der 54-jährige Sozialist verkündete am Montagabend in der Pariser Vorstadt Évry seine Präsidentschaftskandidatur. Zugleich erklärte er, am Dienstag seinen Rücktritt als Regierungschef einzureichen, um sich auf den Wahlkampf konzentrieren zu können. Valls war seit dem Frühjahr 2014 französischer Regierungschef. Zuvor war er knapp zwei Jahre lang Innenminister. Er gehört dem reformorientierten rechten Sozialistenflügel an und gilt als innenpolitischer Hardliner.

Hollande sucht einen Nachfolger...

Damit muss Präsident François Hollande für die letzten Monate seiner Amtszeit einen neuen Regierungschef einsetzen. Wer den Job übernimmt, ist noch unklar. In französischen Medien wurden als mögliche Kandidaten unter anderem Innenminister Bernard Cazeneuve, Wirtschafts- und Finanzminister Michel Sapin und Regierungssprecher Stéphane Le Foll genannt - alles Vertraute Hollandes.

 

... dann geht es in die Vorwahlen

Nach den Republikanern bestimmen nun auch Frankreichs Sozialisten und mehrere kleine Parteien im Januar ihren gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten bei einer Vorwahl. Staatschef François Hollande hatte am vergangenen Donnerstag erklärt, er werde kommendes Jahr nicht zur Wiederwahl antreten. Damit wurde der Weg frei für eine Kandidatur seines Premiers. Sieben weitere Politiker haben bereits ihre Kandidatur für die Vorwahl angekündigt, darunter der Ex-Minister und Valls-Gegner Arnaud Montebourg. 

 

Der Druck auf die Sozialisten ist hoch

Viereinhalb Monate vor der Präsidentenwahl gelten der konservative Kandidat François Fillon und die Rechtspopulistin Marine Le Pen in Umfragen als Favoriten. Die Linke zeigte sich zuletzt gespalten. So wollen etwa der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon und der frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der seine Bewegung "En Marche!" weder rechts noch links einstuft, sich nicht an der Vorwahl beteiligen, sondern direkt für die Präsidentenwahl antreten.

 

Nach seiner Nominierung zum Premierminister 2014 sprach ARTE Journal mit Korrespondenten aus Deutschland, Italien und Großbritannien über den "Neuen" im Matignon.

 

Zuletzt geändert am 5. Dezember 2016