Franz-Hessel-Preis

Länder: Frankreich, Deutschland

Tags: Franz Hessel, Literatur

Zum vierten Mal in Folge wurde der deutsch-französische Preis für zeitgenössische Literatur in Anwesenheit der französischen Kulturministerin, Aurélie Filippetti, und ihrer deutschen Amtskollegin, Monika Grütters, gestern verliehen.

Franz-Hessel-Preis

 

Der Franz-Hessel-Preis wurde von der brandenburgischen „Stiftung Genshagen“ und der französischen „Villa Gillet“ aus Lyon im Jahr 2010 neu gestiftet und im Dezember des gleichen Jahres zum ersten Mal vergeben. Nach dem Namen des deutschen Schriftstellers und Übersetzers Franz Hessel (1880-1941), der insbesondere dank seiner deutschen Übersetzungen französischer Literaturklassiker wie Proust, Baudelaire oder Stendhal von der Nachwelt in Erinnerung behalten wird, wurde der Preis benannt. Dieser soll „zur Wiederbelebung und Vertiefung der geistigen und literarischen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland beitragen“

 

Der Vater des nicht weniger berühmten Stéphane Hessel, Autor des bekannten Essays „Empört euch!“, wird tatsächlich als ein Mittler zwischen den Ländern und Kulturen, insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland, betrachtet. Aus diesem Grund ehrt der Franz-Hessel-Preis sowohl einen französischen Autor als auch einen deutschen Schriftsteller. 

 

Jährlich werden die Preisträger und Preisträgerinnen von einer deutsch-französischen unabhängigen Jury ausgewählt. Voraussetzung für eine Nominierung sind eine aktuelle Veröffentlichung, nach Möglichkeit im Jahr der Preisvergabe, und dass der Roman noch nicht in die andere Sprache übersetzt wurde. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro dotiert und soll dazu beitragen, dass die preisgekrönten Werke ins Deutsche und Französische übersetzt werden. 

 

Preisträger/innen des Franz-Hessel-Preises:

 

2010

- Maylis de Kerangal, "Naissance d’un pont", Verticales, 2010.

- Kathrin Röggla, "Die Alarmbereiteten", S. Fischer, 2010.

 

2011

- Céline Minard, "So long, Luise, Denoël, 2011.

- Thomas Melle, "Sickster", Rowohlt-Berlin, 2011.

 

2012

- Éric Vuillard, "La bataille d’Occident et Congo", Actes Sud, 2012.

- Andreas Maier, "Das Haus, Suhrkamp Verlag", 2011. 

 

2013

- Frédéric Ciriez, "Mélo", Verticales, 2013. 

- Jonas Lüscher, "Frühling der Barbaren", C.H. Beck, 2013.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016