Gewaltwelle in Myanmar: Rohingya auf der Flucht

6. September 2017

Am 25. August ist in Myanmars Provinz Rakhine eine Welle der Gewalt ausgebrochen, dort kämpft die Armee seit rund zwei Wochen gegen muslimische Rebellen. Auslöser für die Unruhen war ein UN-Bericht, der die Armee wegen ihres Umgangs mit den Rohingya kritisiert. Daraufhin griffen Aktivisten der Minderheit Polizeistationen an und die Gewalt eskalierte - 400 Menschen wurden bislang getötet. Der Regierung zufolge hatten Rohingya Polizei- und Militärposten angegriffen. Nach deren Darstellung ging die Gewalt von Sicherheitskräften aus.

 

Mittlerweile sollen nach UN-Angaben mindestens 125.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch geflohen sein. Vor der Massenflucht lebten rund eine Million Rohingya in Rakhine. Sie werden im vornehmlich buddhistischen früheren Birma als illegale Einwanderer angesehen und sind staatenlos. Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat inzwischen "Terroristen" für die neue Welle der Gewalt im Norden des Landes verantwortlich gemacht und verkündete: "Der Terrorismus ist neu, aber die Regierung wird ihr Bestes tun, um sicherzustellen, dass er sich nicht in ganz Rakhine ausbreitet". UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte die Regierung zuvor aufgerufen, die Gewalt gegen die Rohingya im Bundesstaat Rakhine zu stoppen. Aung San Suu Kyi, die seit vergangenem Jahr als "Staatsrätin" praktisch die Regierung führt, ohne dass sie offiziell den Titel einer Ministerpräsidentin hat, wird vorgeworfen, zu wenig für die muslimische Minderheit der Rohingya zu unternehmen. Zu dem Vorwurf äußerte sie sich bislang nicht. In unserem Dossier finden Sie Reportagen, Artikel und Analysen zu der muslimischen Minderheit.

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