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Flüchtlingsleid in Piräus

Länder: Griechenland

Tags: Piräus, Papst Franziskus, Flüchtlingskrise

Einen Tag vor dem Besuch von Papst Franziskus in Griechenland kam es im sogenannten wilden Flüchtlingslager von Piräus zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter Migranten. Dabei soll es auch Messer-Stechereien gegeben haben. 

Heute, am 16. April, besucht Papst Franziskus die griechische Insel Lesbos im Ägaischen Meer. Auf diese Weise will er seine Solidarität mit den Flüchtlingen und mit Griechenland zum Ausdruck bringen. Denn Griechenland ist aktuell das Schlüsselland Europas in der Flüchtlingskrise. Der Papst-Besuch wird sicherlich auch ein Anstoß sein, die Situation der Flüchtlinge in den Lagern zu verbessern, denn die Aufnahmekapzitäten Griechenlands sind mittlerweile erschöpft und in mehr als zehn Camps im ganzen Land ist es bereits zu gewaltätigen Auseinandersetzungen unter Migranten gekommen, so auch im im sogenannten wilden Flüchtlingslager von Piräus. Dort fristen die Migranten ein wenig hoffnungsvolles Dasein.  

 

La situation des réfugiés au Pirée

 

Auf den griechischen Inseln harren mehr als 7.000 Migranten und Flüchtlinge aus, die nach dem 20. März dort angekommen sind - dem Tag, als das Abkommen zwischen der EU und der Türkei in Kraft getreten ist. Beinahe alle 7.000 Migranten haben inzwischen einen Asylantrag gestellt, um der Rückführung in die Türkei zu entgehen oder um diese zu verlangsamen. Etwa zehn Tage müssen die Menschen noch warten, bis sie wissen, wer zurückgeschickt wird und wer das Recht hat, in Griechenland zu bleiben - so lange dauert die Bearbeitung des Asylantrags.

In ganz Europa warten 52.000 Migranten, die noch vor dem 20. März in der EU angekommen sind, an geschlossenen Grenzen. Sie wollen weiter Richtung Norden, aber da die Balkanstaaten und andere EU-Länder ihre Grenzen geschlossen haben, ist kein Weiterkommen in Sicht. Ihnen droht allerdings keine Rückführung in die Türkei, da sie vor dem Inkrafttreten des Abkommens angekommen sind. Sie leben entweder in von der Armee geführten oder improvisierten Camps. Dazu gehört jenes am Hafen von Piräus, wo 4.000 Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016