Flucht von Syrien nach Europa

Länder: Syrien

Tags: Flüchtlige, exil

Unsere Reporter verfolgten den Weg von drei Familien, die vor dem Krieg flohen, um in Europa eine neue Heimat zu finden. 

Im Juni filmten wir auf der griechischen Insel Kos und trafen dort Menschen, die gerade die gefährliche Überfahrt mit Schlauchbooten von der Türkei in die EU gewagt und überlebt hatten: Unsere Reporter blieben seitdem in stetem Kontakt mit Abdulkader, Omar, Bassel und ihren Familien. Der Krieg hatte sie und fortgejagt aus Syrien, die Fassbomben des Diktators Assad und die radikalen Islamisten mit ihrem Wahn von einem künftigen Gottesstaat. In Griechenland aber wollten sie nicht bleiben, denn es gab ja noch Bekannte und Verwandte in den Niederlanden, in Schweden und in Deutschland und damit die Hoffnung, gemeinsam ein neues friedliches Leben im Exil aufbauen zu können. Auf ihren Weg in die EU, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit mehr oder weniger Vertrauen erregenden Mitfahrgelegenheiten, trennten sich irgendwann die Wege von Abdulkader, Omar und Bassel. Angekommen sind sie alle – aber das Leben im Exil stellt die drei und ihre Familien vor neue Herausforderungen und Ungewissheiten.

Réfugiés syriens : l’exil européen

 

Von Nathalie Georges, Antje Stahlschmidt, Emmanuel Royer und Isabelle Nommay – ARTE GEIE – Frankreich 2015

 

 
Unsere Reporterin spricht über ihre Reportage
Interview de Nathalie Georges
 
Der Norden sagt: Schengen ade…

Die Schweden kontrollierten schon seit dem 11. November letzten Jahres stichprobenartig die Pässe an ihrer Grenze zu Dänemark, doch seit dem 4. Januar muss jeder, der nach Schweden reisen will, seinen Pass vorzeigen. Wer keine gültigen Papiere vorweisen kann, der wird abgewiesen. Daraufhin führten die Dänen ihrerseits an der Grenze zu Deutschland wieder Passkontrollen ein. Beide Länder haben damit das Schengen-Abkommen zur Reisefreiheit innerhalb der EU vorläufig ausgesetzt.  

Im Schengen-Abkommen sind systematische Grenzkontrollen nur dann erlaubt, wenn eine "schwerwiegende Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder der inneren Sicherheit vorliegt". Schweden hat bis jetzt im Verhältnis zur Zahl seiner Bevölkerung mit 20 Prozent so viele Flüchtlinge aufgenommen wie kein anderes Land in der EU: über 160 000, Dänemark hingegen nur etwa 21 000. Im November warnte die schwedische Regierung, ihre Kapazitäten, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, die seien erschöpft. Von Dänemark ist schon lange bekannt, dass das Land sich aktiv bemüht, nur so wenige Flüchtlinge wie möglich aufzunehmen.

Wie verteilt man die vielen Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsländern möglichst gerecht in den Ländern der Europäischen Union? An dieser Frage arbeitet vor allem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hochdruck - bis jetzt ohne Ergebnis. Auch Deutschland führte im September 2015 vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein, um dem Andrang der vielen Menschen in Not in den Griff zu bekommen. Schweden war in den letzten Jahren immer ein Vorbild in Sachen Asylpolitik und damit vor allem in den letzten Monaten ein Verbündeter der Deutschen. Damit scheint jetzt erst einmal Schluss zu sein - so lange es nicht gelingt, eine europäische Lösung in der Flüchtlingsfrage zu finden.  

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Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016