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Finnland – Anti-islamische Milizen

Länder: Finnland

Tags: Islam, Islamismus, Rechtsextreme

In Finnland wollen selbsternannte Bürgerwehren die Bevölkerung vor den „islamischen Eindringlingen“ schützen.

Nach dem Kriegsgott der nordischen Mythologie nennen sie sich „Odin-Soldaten“. Laut dem Nachrichtenportal Euraktiv wurden in den letzten fünf Monaten in verschiedenen Städten Finnlands regelmäßig Gruppen unbewaffneter Männer im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften gesichtet. Eigenen Aussagen zufolge patrouillieren diese Bürgerwehren, um die Bevölkerung vor „islamischen Eindringlingen“ zu schützen.

In den Medien veröffentlichte Bilder zeigen mehrere Milizmitglieder mit schwarzen Jacken und Kappen mit dem Aufdruck „S.O.O.“ (für „Soldiers of Odin“). Laut der Polizei haben manche von ihnen Verbindungen zu neonazistischen Gruppierungen. Am Donnerstag, dem 7. Januar, äußerte sich der finnische Innenminister, Petteri Orpo, im Fernsehen besorgt über diese Initiativen. Straßenpatrouillen zu organisieren, sei ein radikales Verhalten, aber kein Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung. Ferner erklärte er, diese Milizen hätten kein Recht Gewalt auszuüben.

 

„Wir verteidigen uns und rufen die Polizei“

 

In einem Interview mit der finnischen Lokalzeitung Karjalan Heili versicherten drei  Mitglieder einer Patrouille aus der ostfinnischen Stadt Joensuu:  „Wir greifen nicht an. Es geht uns lediglich um Verteidigung, und verteidigen darf sich jeder, der angegriffen wird. Wir verteidigen uns und rufen die Polizei.“ Die selbsternannten Bürgerwehren zählen derzeit ca. 500 Mitglieder.

 

Im Jahr 2015 hat Finnland (5,4 Millionen Einwohner) über 32 000 Flüchtlinge aufgenommen, zehn Mal so viele wie 2014. Damit liegt das skandinavische Land auf Platz vier im Ranking der Aufnahmeländer in Europa. 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016