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Farage-Rücktritt: Und nach mir die Sintflut!

Länder: Großbritannien

Tags: Nigel Farage, UKIP, Brexit

Nigel Farage tritt als Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei UKIP zurück. Seit 25 Jahren kämpft er für ein Vereinigtes Königreich außerhalb der Europäischen Union. Mit dem Brexit ist sein politisches Ziel erreicht und damit seine Lebensaufgabe erfüllt. Sein Rücktritt kommt dennoch überraschend.

Mit dem Brexit-Referendum hat Nigel Farage sein Ziel erreicht. Die persönliche Konsequenz für den Parteichef: Nachdem er sein Land zurück hat, will er sein Leben zurück. So begründete er heute seine Entscheidung gegenüber der Presse. 

Für Viele kommt sein Rücktritt überraschend. Doch er ist kein Einzelfall. Immer mehr Befürworter der Leave-Kampagne ziehen sich zurück. So hat auch Boris Johnson auf die Nachfolge Camerons verzichtet, angesichts der derzeitigen „Umstände im Parlament“. Fliehen die Politiker damit vor der politischen Realität, die auf sie hereinbricht? Farage galt als zentrale Figur der Brexit-Bewegung. Nun zieht er sich geschickt aus der Affäre – ohne einen Plan für die künftige Ausrichtung Großbritanniens vorzulegen. Auch seine Partei lässt er im Stich, obwohl die sich derzeit zu einer inhaltlichen Neuorientierung gezwungen sieht. 

Allerdings hat Farage angekündigt, sein Mandat im EU-Parlament weiter auszuführen, um die BREXIT-Verhandlungen zu beobachten. Zudem unterstützt er weiterhin die Austrittsbestrebungen anderer EU-Mitgliedstaaten. Ein Rücktritt vom Rücktritt, wie bereits im Jahr 2010, steht für ihn jedoch diesmal außer Frage. 

Zuletzt geändert am 4. Juli 2016