Fast überall auf dem Kontinent rauscht die Geburtenrate noch schneller nach unten als die Euro-Zinsen. Warum wollen so viele Europäer keine Kinder mehr bekommen?

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Samedi 28 juin

14:00

Yourope

Faites des bébés !

Kein Wunder, dass Europa immer weniger wird .. oder besser: die Europäer immer weniger werden. Woran liegt es bloß? Gibt es überall den gleichen Grund, oder hat jedes Land seine eigenen Fruchtbarkeitsprobleme? Fest steht:  Die Geburtenraten sinken in den meisten Ländern. Außer in Irland, wo 2009 die höchste Zahl von Geburten seit stolzen 118 Jahren zustande kam - 75.552 neue Inselbürger kamen zur Welt.

 

 

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Frankreichs entfremdete Mütter

 

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In Frankreich haben die meisten Frauen bis zum sechsten Monat ihres Kindes abgestillt. In der „Leche League“ – zu Deutsch „Milch-Liga“ – treffen sich Frauen, die weit länger stillen.

 

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Und natürlich steigt die Rate auch in Frankreich,  mit seinem hoch gelobten Krippen- und Betreuungssystem, das es den französischen Frauen ermöglicht, Karriere zu machen und dabei Mutter zu sein.

Damit entsprechen sie ganz dem Bild der modernen, emanzipierten Französin, die in Deutschland sehr bewundert wird. Über 60 Prozent der Mütter, die Kinder unter sechs Jahren haben, arbeiten Vollzeit. In Deutschland sind es nur gute zwölf Prozent.

 

Doch langsam keimen Zweifel auf am Bild der Frau, die als Superheldin gilt, wenn sie möglichst schnell nach der Geburt wieder in den Job zurückkehrt. Wenn sie sich aber entscheidet, erst mal einfach Mutter zu sein – und sei es nur für ein Jahr -  sinkt ihr Ansehen drastisch.

 

Hebammen in Deutschland – ein Beruf ohne Zukunft?

 

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Kinderkriegen will geübt sein...

In Deutschland wird fleißig daran gearbeitet, es den wenigen Entscheidungswilligen noch einmal schwerer zu machen. Als kinderfeindlich gilt das Land, in dem Cafés mit kinderfreien Zonen werben und Schaffner Mütter mit ihren Babys aus dem Zug werfen dürfen, weil sie ihren Kinderwagen falsch platziert haben. Und jetzt wird es auch noch denen schwer gemacht, die helfen, die Babys auf die Welt zu bringen: den Hebammen. Einem vergleichweise niedrigen Einkommen stehen immer höhere Prämien für die  Berufshaftpflicht gegenüber, welche sie selbst zahlen müssen. Nun  streiten Politik, Verbände, Versicherungen und Krankenkassen darüber, wie man das Problem lösen könnte. Während viele Hebammen schon längst an der Belastungsgrenze arbeiten.

 

Spaniens neues Abtreibungsgestz – eine Reise in die Vergangenheit

 

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„Yo decido!“ – „Ich entscheide!“ ist der Schlachtruf der Stunde in Spanien

Auch in Spanien will kaum noch jemand Kinder bekommen, aber mit Selbstverwirklichung, Reisesucht  oder was die Leute in Nordeuropa noch so alles davon abhält, hat das nichts zu tun. Die potentiellen Eltern sehen hier derzeit einfach keine Perspektive für ein Leben zu dritt – und entscheiden sich unter anderem auch deswegen für eine Abtreibung. Die konservative Rajoy-Regierung lässt das nicht zu: Sie will das bestehende Abtreibungsgesetz drastisch verschärfen. Viele Frauen wehren sich gegen diese Zeitreise in die Vergangenheit - und ziehen zu Tausenden auf die Straße.

 

Britanniens Late-Single-Mums

In Großbritannien geht es deutlich liberaler zu, nicht nur in Sachen Abtreibung. Hier können sich beispielsweise auch Single-Frauen problemlos künstlich befruchten lassen. Nach einem biologischen Vater fragt sie dabei keiner. Was lesbischen Pärchen die Gründung einer Familie ermöglichen sollte, wird nun häufig von allein stehenden Frauen genutzt, die unbedingt Kinder wollen, aber nicht unbedingt einen Mann.

 

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Wer  seine Eizellen einfrieren lässt, soll selbst mit 50 noch Kinder bekommen können

Das sogenannte social freezing geht da sogar noch einen Schritt weiter: Frau lässt sich in jüngeren Jahren knackige Eizellen entnehmen, einfrieren und macht dann erst mal, wozu sie Lust hat. 10 - 15 Jahre später kann sie ihre Eizellen auftauen und wieder einsetzen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016