Puigdemont in Deutschland festgenommen - ein Wendepunkt in der Katalonien-Krise?

26. März 2018

Der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont ist am Sonntag in Deutschland festgenommen worden. Beamte der Autobahnpolizei Schleswig-Holstein hätten Puigdemont am Vormittag festgenommen. Nach Angaben seiner Partei wurde er bei der Einreise aus Dänemark an der Grenze gestoppt. Nach der Festnahme sind in seiner Heimat gemäß Polizeiangaben rund 55.000 Menschen auf die Straße gegangen. Es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei gab Warnschüsse ab. Laut Gesundheitsbehörden wurden fast 100 Menschen verletzt.

Bei den Neuwahlen vom 21. Dezember 2017 setzten sich erneut die Separatisten durch: Mit 70 von 135 Sitzen behalten die Unabhängigkeitsbefürworter die Mehrheit im Parlament in Barcelona. Der abgesetzte Regionalpräsident Carl Puigdemont wählte aus dem Brüsseler Exil, da ihm bei einer Rückkehr nach Spanien eine Verhaftung droht: "Heute demonstrieren wir erneut die Kraft eines unbeugsamen Volkes. Auf dass uns der Geist des 1. Oktobers stets führen möge."

Mit seinen Worten bezog sich der abgesetzte Regierungschef auf das illegal durchgeführte Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen am 1. OKtober 2017, welches für eine tiefe Krise in Spanien sorgte. 90 Prozent der Wähler hatten in Katalonien für die Ausrufung einer eigenen Republik gestimmt, wobei die Wahlbeteiligung nur bei rund 42 Prozent gelegen hatte. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy erklärte die Abstimmung für nichtig, das spanische Verfassungsgericht hatte das in Barcelona beschlossene Referendumsgesetz bereits zuvor für ungültig erklärt. Der Abstimmungstag in Katalonien wurde von Polizeigewalt überschattet.

In diesem Dossier finden Sie Reportagen, Karten und Interviews, um Kataloniens Ruf nach Unabhängigkeit und die damit einhergehenden Ereignisse besser zu verstehen. 

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