Euro-Austritt, ja oder nein?

Länder: Frankreich

Tags: euros, économie, Europe

Angesichts der anhaltenden Krise werden immer mehr Stimmen laut, die eine Rückkehr zu nationalen Währungen fordern. Andere wiederum raten vehement davon ab. Durchgecheckt! macht eine Bestandsaufnahme der Argumente für und gegen den Euro-Austritt.


Für den Austritt


Das Hauptargument der Verfechter des Euroaustritts: Die Unterschiede zwischen den Ländern der Eurozone seien derart groß, dass eine Einheitswährung einfach nicht funktionieren könne. Zumindest nicht ohne eine echte, gemeinsame Politik mit einem stärkeren Kompetenz- und Ressourcentransfer auf europäischer Ebene. Dazu seien die Staaten jedoch nicht bereit, und deshalb müsse man der Währungsunion ein Ende setzen. Diese Meinung vertritt z.B. der Franzose Jacques Sapir, einer der Hauptverfechter des Euroaustritts.

Hier sein Blog.

Ein weiteres Argument der Euro-Gegner ist der angebliche Mangel an Demokratie in der Eurozone. Die Krise sei zu großen Stücken von zwischenstaatlichen Instanzen verursacht worden, die sich jeder demokratischen Kontrolle entzögen und nicht gemeinschaftlich seien.


Für eine Zwischenlösung


Andere plädieren für eine weniger radikale Lösung: den vorläufigen Austritt von Krisenstaaten aus der Eurozone. So Hans-Werner Sinn aus Deutschland. Er meint, man hätte Griechenland aus der Eurozone austreten lassen sollen, damit es seine Wettbewerbsfähigkeit mit einer eigenen Währung wieder zurückgewinnen und dann vielleicht wieder in den Reigen der Euroländer zurückkehren kann.

Weiterführende Informationen hier.
 


Gegen den Austritt


Eines der Argumente für den Euroaustritt, das in Frankreich immer wieder von der Front National vorgebracht wird, besteht darin, dass Frankreich dadurch seine Währung abwerten und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken könnte. Thomas Coutrot, Wirtschaftswissenschaftler und Vizepräsident von Attac, widerspricht dem vehement. Für ihn käme das einer Flucht nach vorn gleich in einem Wirtschaftskrieg, in dem sich die europäischen Länder bereits jetzt bekämpfen und mit allen Mitteln versuchen, billiger als der Nachbar zu produzieren. Er plädiert für eine Reform der europäischen Politik anstatt für einen Euroaustritt.

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Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016