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Eugen David gegen Goliath

Länder: Griechenland, Rumänien

Tags: RMGC, Alburnus Maior, Goldmine, Gold, Eugen David

Der engagierte Landwirt Eugen David kämpft gegen das geplante Goldbergwerk im rumänischen Roşia Montană, das bisher größte derartige Tagebauprojekt in Europa. Als Vorsitzender der Organisation Alburnus Maior zieht er gegen ein Vorhaben zu Felde, das schon seit 14 Jahren die Gemüter erregt.

 

Sonntag, 25. Mai

22:00

Vox Pop

Für ein besseres Europa

Es ist wie die Geschichte von David gegen Goliath: Auf der einen Seite ein einfacher Landwirt, der sich gegen den geplanten Tagebau in einer siebenbürgischen Ortschaft einsetzt, auf der anderen Seite der kanadische Bergbaukonzern Gabriel Resources, der dort 300 Tonnen Gold und 1 200 Tonnen Silber fördern will. In der Zeitschrift Le Nouvel Observateur berichtet die Journalistin Nicole Penicaut, wie der Kampf des Eugen David seinen Anfang nahm. Als Gabriel Ressources in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Staat 2000 das Tochterunternehmen Roşia Montană Gold Corporation (RMGC) ins Leben rief, drohte Eugen David seinen Bauernhof zu verlieren. Gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern gründete er die Organisation Alburnus Maior. „Mein Gold liegt hier. Warum sollte ich das alles dem Tagebau opfern?“, erklärte Eugen David dem Nouvel Observateur. Für die Erschließung und den Abbau neuer Edelmetallvorkommen plant RMGC nämlich, mehrere Dörfer und Höhenzüge abzutragen. Naturschützer fürchten zudem, dass bei der Gewinnung des Goldes große Mengen Zyankali in die Umwelt gelangen. Im vergangenen September gingen 15 000 Rumänen auf die Straße, um gegen das Projekt zu protestieren.

 

Auch die Griechen wollen keine Goldmine

Die Wut gegen kanadische Bergbauunternehmen wächst auch in anderen Ländern. Letztes Jahr protestierten in Griechenland ca. 3 500 Menschen gegen den kanadischen Konzern Eldorado Gold, der eine Goldmine im Nordosten des Landes betreiben will. Eine Reportage in der Tageszeitung Libération berichtet davon, wie das Dorf Ierissos zum Symbol für den Kampf gegen den Raubbau an der Natur wurde. Seit 2012 organisieren die Bewohner immer wieder Protestmärsche. „Sie wollen uns durch Drohungen zum Schweigen bringen. Doch ihre Einschüchterungsversuche bewirken das genaue Gegenteil: Wir halten nur noch enger zusammen …“, so eine Dorfbewohnerin. In Griechenland, das noch immer in einer Wirtschaftskrise steckt und mit Arbeitslosenraten von 28 % zu kämpfen hat, setzt ein Teil der Bevölkerung allerdings große Hoffnungen in die Goldmine. „Als wir Anfang des Jahres hörten, dass es einen neuen Investor gibt, kehrte das Lächeln auf unsere Gesichter zurück“, erzählte der ehemalige Fischer Nikos der Tageszeitung Le Monde

Nadine Ayoub

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016