Befreiung von Mossul: Das Ende des "IS-Kalifats"?

Länder: Irak

Tags: Iraq, Mossul, Krieg

Am Sonntag hat die irakische Regierung verkündet, dass das Terrorregime des "Islamischen Staats" in Mossul besiegt wurde. Die nordirakische Stadt sei befreit. Trotz der Siegesfeier ist aber noch keine Ruhe eingetreten, denn in einigen Straßen liefern sich die letzten Dschihadisten weiterhin Kämpfe mit der Armee. Die Befreiung Mossuls, der größten Hochburg des "IS" im Irak, ist ein bedeutender Schlag gegen die Terrormiliz. Diese hat nun nur noch kleine Gebiete in ihrer Hand, etwa im Norden Iraks und an der Grenze zu Syrien. Experten warnen aber, dass Anschläge weiterhin möglich sind.

Bereits vor anderthalb Wochen hatte der irakische Premierminister Haider al-Abadi getwittert: "Wir sehen das baldige Ende des IS", das war gleich nach der Rückeroberung der Ruine der Großen Moschee des an-Nuri aus dem Jahr 1172, mit ihrem nach einer Seite geneigten Minarett. Sie war am 21. Juni von der Terrormiliz "Islamischer Staat" zerstört worden.

Im Juni 2014 hatte der "IS" sein Kalifat ausgerufen und Mossul zu dessen Hauptstadt erklärt. Drei Jahre dauerte es, bevor es der irakischen Armee endlich gelang, die Stadt aus den Klauen des "IS" zu befreien. Die drei Jahre unter dem islamistischen Terrorregime waren eine furchtbare Zeit für die Menschen in Mossul. Gleich nach der Rückeroberung von Falludscha im Juni 2016 begann die irakische Armee mit ihrem Marsch auf Mossul. Es dauerte schließlich neun Monate, bis die Koalition aus irakischer Armee, kurdischen Peschmerga, schiitischen, sunnitischen und christlichen Milizen sowie der von den USA geführten Koalition gegen den "IS" endlich von einem Sieg reden konnte.

Wir haben in der folgenden Chronik die Ereignisse der letzten drei Jahre aus unseren Archiven zusammengestellt: die Besetzung Mossuls, der Alltag in der Stadt unter dem Terrorregime und die Offensive zur Rückeroberung.