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Eine Milchstraße mal anders und ein Hauch Weihnachten im Sudan - unsere Momentaufnahmen

Länder: Welt

Tags: Momentaufnahmen, Fotografie

Eine Milchstraße in Spanien zum Protest, Weihnachtsstimmung in einem Flüchtlingscamp im Südsudan und die Wahlen in Uganda... eine Woche voller Staunen, Freude und Momenten, die nachdenklich stimmen: das sind unsere Momentaufnahmen.

14.02

Ecatepec de Morelos, Mexiko

In Ecatepec warten katholische Gläubige voller Hoffnung auf den Papst. In der mexikanischen Vorstadt, in der sich die Verbrechen häufen, wollte der Papst den Menschen in dieser Woche wieder Mut machen. Der Pontifex war mehrere Tag durch Mexiko gereist und jeden Ort, den er in dem Land besuchte, hatte der 79-jährige Argentinier aus gut überlegten Gründen ausgesucht, denn er wollte ein Zeichen gegen die Missstände in dem zweitgrößten Land Lateinamerikas setzen. Er besuchte unter anderem die vergessene Indio-Region Chiapa und die verarmte Peripherie von Mexiko-Stadt, wozu auch Ecatepec gehört, um dort gegen soziale Ausgrenzung zu protestieren. Zum Abschluss seines Besuchs in Mexiko fuhr er in die Stadt Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA, die die Probleme Mexikos symbolisiert wie kaum ein anderer Ort. Denn dort stehen Drogengewalt, Migrationselend, Armut und Horrorgeschichten aus den Gefängnissen auf der Tagesordnung. Franziskus vermittelte dort seine Botschaft vor mehr als anwesenden 200.000 Gläubigen und zehntausenden Menschen, die die Messe in einem Stadion des benachbarten El Paso um US-Staat Texas live verfolgten. Der Pontifex richtete sich gegen den Drogensumpf, Menschenhandel und das mörderische Treiben krimineller Banden. Außerdem machte er auf das Problem der Zwangsmigration aufmerksam, denn an der Grenze zu den USA bezahlen zahlreiche mexikanische Flüchtlinge ihren amerikanischen Traum mit dem Leben.

AFP PHOTO / PEDRO PARDO

 

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15.02

Monforte de Lemos, Spanien

Ein Milch-See auf offener Straße: In Montforte de Lemos im Nordwesten der iberischen Halbinsel haben spanische Bauern einen Milch-Tankwagen mit importierter, portugiesischer Milch entleert. Sie protestieren damit gegen ihrer Ansicht nach illegale Import. 

In Brüssel beraten gleichzeitig die EU-Landwirtschaftsminister über Lösungen für die Dauerkrise der Landwirtschaft. Auch Italien, Polen, Rumänien, Griechenland oder Belgien sind mit massiven Protesten von Bauern konfrontiert, die Notmaßnahmen von den europäischen Institutionen fordern.

 

MIGUEL RIOPA / AFP or licensors / AFP

 

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15.02

Bischkek, Kirgisistan

Kirgisische Soldaten marschieren während einer Gedenkveranstaltung zum 27. Jahrestag des Abzugs sowjetischer Truppen aus Afghanistan in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor einem Kriegsdenkmal auf.

Es erinnert an die sowjetischen Soldaten, die in Kirgisistan geboren wurden und in Afghanistan gefallen sind als sie in den 1980er Jahren gegen afghanische Rebellen kämpften. 

AFP PHOTO/ VYACHESLAV OSELEDKO 

 

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16.02

Bentiu, Südsudan

Bei brütender Hitze trägt Nyakier Kuong eine Weihnachtsmannmütze – das ist allerdings kein kleiner Spaß, den sich die Sudanesin da erlaubt, sondern dahinter steckt eine traurige Geschichte. Die Mütze war ein Weihnachtsgeschenk ihrer Tochter, die sich in der sudanesischen Hauptstadt aufhält und die sie schon lange nicht mehr gesehen hat, denn Nyakier Kuong lebt seit 2014 in einer sogenannten "Protection of Civilians site" (PoCs) – einer Art Lager, die die UN-Mission im Südsudan (UNMISS) zum Schutz der Zivilbevölkerung eingerichtet hat. Seit 2013 wütet im Südsudan ein Bürgerkrieg, vor dem bereits 120.000 Menschen geflohen sind und sich mittlerweile in den PoCs aufhalten, darunter auch Nyakier Kuong. Ihr Lager befindet sich in der Stadt Bentiu und inzwischen leben dort 20.000 Menschen, die wegen des Krieges aus ihren Dörfern fliehen mussten.

 

ALBERT GONZALEZ FARRAN / AFP

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17.02

Ankara, Türkei

Rauch über Ankara: ein neues Attentat im Herzen der türkischen Hauptstadt. Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug explodierte beim Vorbeifahren eines Armee-Konvois auf dem Weg zum Kizilay-Platz, wo sich das Parlament befindet. Mindestens 28 Menschen starben, 61 wurden verletzt. Regierungschef Ahmet Davutoglu machte am Donnerstag, dem 18. Februar, die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) und die Volksverteidigungseinheiten (YPG), eine Kurdenmiliz in Syrien, für den Anschlag verantwortlich. Der Vorsitzende der wichtigsten Kurdenorganisation in Syrien, der Partei der Demokratischen Union (PYD), leugnete jegliche Beteiligung der YPG, die PKK hat ebenfalls dementiert. Mittlerweile hat sich die militante PKK-Splittergruppe "Freiheitsfalken Kurdistans" zum Attentat bekannt.

Es ist das zweite schwere Attentat in der türkischen Hauptstadt innerhalb von vier Monaten. Am 10. Oktober 2015 hatte eine türkische Zelle der Terrorgruppe "Islamischer Staat" bei einem Anschlag mehr als einhundert Menschen getötet.

STRINGER / IHLAS NEWS AGENCY / AFP

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17.02

Mytilini, Griechenland

Mehr zum Thema:

In unserem Dossier "Flucht nach Europa" halten wir Sie über die neuesten Entwicklungen in der Flüchtlingskrise auf dem Laufenden.

Flüchtlinge willkommen… oder auch nicht. Ein überladenes Schlauchboot landet an der Küste der griechischen Insel Lesbos. Dort hat die EU am 17. Februar einen Hotspot eröffnet, eine offizielle Registrierungs- und Selektionsstelle für Flüchtlinge. Ziel der EU: die Immigrationskandidaten sofort bei ihrer Ankunft in Europa identifizieren, Kriegsflüchtlinge mit Asylanspruch von Wirtschaftsflüchtlingen zu unterscheiden und letzteren die Rückkehr nahelegen.

ARIS MESSINIS / AFP

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18.02

Distrikt Mukono, Zentral-Uganda

Geduldsprobe für ugandische Wähler. Die Ugander wählen derzeit ihren Präsidenten und ein neues Parlament. Vor den Wahlbüros bilden sich endlose Warteschlangen, wie hier im Bezirk Mukono, 20 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt. Der amtierende Präsident Yoweri Museveni, seit langem Führer eines äußerst repressiven Regimes, gilt als haushoher Favorit: Er wird vermutlich bald das vierte Jahrzehnt an der Spitze des Landes antreten können.

CARL DE SOUZA / AFP

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Zuletzt geändert am 20. Februar 2017