Ein Jahr nach "Wir schaffen das"

Länder: Europäische Union

Tags: Angela Merkel, Flüchtlinge

Samstag, 24. September

14.00

Yourope

Ein Jahr nach "Wir schaffen das"

 

Der junge Syrer, der ein Selfie mit Kanzlerin Merkel gemacht hat. Der Vater, dem eine Kamerafrau auf der Flucht nach Serbien ein Bein stellte. Die zahlreichen Helfer, die entlang der Balkanroute Wasser an Flüchtlinge verteilt haben. So viele Geschichten, so viele Schicksale waren im September 2015 in den Medien – und immer wieder der Satz von Angela Merkel in Anbetracht der Flüchtlingskrise: „Wir schaffen das!“ Um beurteilen zu können, ob wir's tatsächlich geschafft haben, ist es noch zu früh. Doch Yourope schaut noch einmal hin und besucht die Medienhelden von damals. Was ist aus ihnen geworden?

 

Die Sendung

 

Yourope Flüchtlinge und Helfer: Ein Jahr nach "Wir schaffen das!"
Flüchtlinge und Helfer: Ein Jahr nach "Wir schaffen das!" Flüchtlinge und Helfer: Ein Jahr nach "Wir schaffen das!" Flüchtlinge und Helfer: Ein Jahr nach

 

Porträts

Anas: Ein Selfie mit der Kanzlerin
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Anas Modamani ist der junge Mann auf dem Merkel-Selfie. Er lebt mittlerweile in Berlin bei einer Gastfamilie und lernt Deutsch. „Durch das Foto ist ganz viel Glück zu mir gekommen“, sagt er. Doch dieses Foto, das im Sommer 2015 zum Symbolbild der deutschen Willkommenskultur geworden ist, hat dem jungen Mann nicht nur Gutes gebracht. Im Internet wurde er Opfer von rechter Hetze, die AfD in Bayern benutzt das Bild von ihm und Angela Merkel auf Wahlkampfplakaten, um gegen die Zuwanderung zu protestieren. Trotz alledem fühlt sich Anas in Deutschland wohl. Sein größter Traum ist, dass seine Familie, die momentan noch in Syrien ist, bald nachkommen kann.

 

Die Organisation „Jugend rettet“
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Noch immer nehmen täglich hunderte von Menschen den riskanten Weg auf sich, um nach Europa zu kommen. Schätzungsweise 4.000 Menschen sind im vergangenen Jahr im Mittelmeer ertrunken. Eine Gruppe junger Aktivisten konnte da nicht länger zuschauen. Im Sommer 2015 haben sie entschieden, Geld zu sammeln, um ein Rettungsboot zu kaufen. Jetzt, ein Jahr später, hat die Crew der „Juventa“ ihre Mission begonnen – erfolgreich! Innerhalb von nur einer Woche haben sie 1.454 Menschen aus dem Wasser gerettet.

 

Nihat und das Fernsehteam
Nihat und das Fernsehteam
Der Budapester Keleti-Bahnhof wurde vor einem Jahr kurzfristig zum provisorischen Flüchtlingslager. Weil Präsident Orban die Züge stoppen ließ, saßen Tausende Menschen hier tagelang fest, unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen. Die Versorgung funktionierte nur dank freiwilliger Helfer. Mitten in diesem Chaos heuerte der damals 14-jährige Nihat beim Fernsehteam der ARD an. Und wurde so zu einem kleinen Medienhelden. Mittlerweile lebt Nihat in Finnland und hat seine eigene kleine Kamera – ein Geschenk der Fernsehkorrespondentin. Die Freundschaft zu ihr besteht noch immer.

 

Noora - Happy End mit Traumhochzeit
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Nooras Geschichte klingt wie das Drehbuch eines Hollywood-Films: Zusammen mit ihrer Familie floh sie vor der Terrorherrschaft des Islamischen Staates aus dem Irak, über Dohuk in die Türkei, von da aus auf die griechische Insel Lesbos und schließlich - an der Grenze von Mazedonien zu Serbien - landeten  sie im Camp Tabanovce. Und das im März, als Tabanovce Hauptdurchgangsstation auf der Balkanroute war. Tausende Flüchtlinge warten hier darauf, weiter zu reisen, Richtung Norden. Richtung EU. Das war auch Nooras Plan. Doch dann kam alles anders: Dann kam Bobi, ein mazedonischer Grenzbeamter. Als er zum ersten Mal mit Noora spricht, ist es Liebe auf den ersten Blick. Heute sind die beiden verheiratet. Noora arbeitet ehrenamtlich für das Rote Kreuz und hilft anderen Flüchtlingen. Vielleicht hilft sie ihnen auch, die Hoffnung nicht aufzugeben.

 

Zuletzt geändert am 23. September 2016