Ein Blick zurück - ARTE Reportage

Länder: Welt

Tags: ARTE Reportage, 500. Sendung

Das Magazin ARTE Reportage feiert am 17. Januar seine 500. Sendung. Wir zeigen Ihnen unsere besten Reportagen der letzten 11 Jahre.

 

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ARTE Reportage erblickte das Licht der Welt am 8. Januar 2004 im Kreißsaal von Grozny, mit einer Reportage von Manon Loizeau: Sie filmte 24 Stunden lang das Chaos hinter den Fronten des Tschetschenienkrieges. Manon gewann damals nicht gleich den angesehensten französischen Journalistenpreis, den Prix Albert-Londres, aber diese "Eröffnungs-Reportage" enthielt bereits die DNA des Magazins: ein aktuelles Thema, ein besonderer Blickwinkel und erzählt aus der Sicht der Menschen vor Ort.

Auch nach der Auszeichnung mit dem Prix Albert-Londres blieb Manon Loizeau unserer Sendung treu. Sie gehört mit zu der großen Familie von Reporterinnen und Reportern in unserer deutsch-französischen Redaktion.

Die Welt aus der Sicht von ARTE Reportage

Auf unserer anamorphotischen Weltkarte sehen Sie, in welche Länder die ARTE-Reporter seit 2004 gereist sind.

Dank dieser Reporter kann ARTE Reportage stolz vermelden, zu den allerersten gehört zu haben, die über die Tragödie in Darfur berichteten. In den letzten elf Jahren  zeigten wir Reportagen aus 150 Ländern über die großen Konflikte der jüngsten Zeitgeschichte: Irak, Afghanistan, Haiti, Gaza, Ukraine, Syrien.

Überzeugt davon, dass es erforderlich ist mehr Zeit zu investieren, um Vieles besser zu verstehen, kehrten unsere Reporterinnen und Reporter häufig ein zweites oder drittes Mal an die Orte des Geschehens zurück, nach Darfur, Zentralafrika oder nach Mali : Dort etwa berichteten wir zunächst über die allererste Frau Bürgermeisterin in einer kleinen Stadt und dann ein paar Jahre später über ihren Kampf gegen den Terror der Islamisten.        

Webdokus: ARTE Reportage zieht seine Fäden im Netz

Seit 2008 hat das Team 21 für das Web entwickelte Kreationen und Experimente mit den innovativsten Techniken realisiert.

Aber ARTE Reportage interessiert sich nicht nur für den Krieg. Das Magazin beobachtet aufmerksam die Bewegungen, die die Welt verändern wollen. Regelmäßig berichten wir über die Lage von Frauen und Kindern, etwa über die Folgen der Vergewaltigungen in Indien oder das Schicksal von Waisen in China. Arte Reportage interessiert sich auch für die Krankheiten des Jahrhunderts, Malaria, Aids, H1N1 und vor kurzem Ebola - nicht zu vergessen die Wirtschaftskrise und ihre Folgen in Argentinien, Spanien oder in den USA. Natürlich zeigen wir auch Reportagen über freundlichere Themen: etwa die Schule für junge Musiker in Kabul oder die unglaubliche Reise einer ganz jungen Tanztheatertruppe junger Roma aus den Elendsvierteln der Slowakei bis nach Paris.

Vielfach ausgezeichnet, mehrmals mit dem Großen Preis des "Festival international du grand reportage d’actualité" - 2014 gewann der deutsche Reporter Marcel Mettelsiefen den "Prix Spécial du Jury Ilaria Alpi" in Italien und den "Grand prix du reportage de guerre à Bayeux" für seine Reportage "Syrien: Die Kinder von der Front" über das Schicksal einer Familie in Aleppo.

Sonntag, 25. Januar

00:30

ARTE Reportage Spezial

 

Ob prämiert oder nicht, alle unsere Reportagen zeichnen sich aus durch die Vielfalt ihrer Themen, der Länder und der Perspektiven. Diese Vielfalt wollen wir Ihnen gerne zeigen in einer Nacht, eine Chronik der Ereignisse, über die wir im Lauf der Zeit berichtet haben.

Gemeinsam moderiert von Andrea Fies und William Irigoyen stellen wir an diesem Abend Ausschnitte aus den besten Reportagen der letzten 11 Jahre vor. Im Internet können Sie alle diese Reportagen dann auch in voller Länge sehen.

 

Wir zeigen Ihnen unsere besten Reportagen aus den 500 Sendungen der letzten 11 Jahre.

2004

 

 

Am 7. Januar 2004 senden wir die erste Ausgabe von Arte Reportage als Wochen-Magazin, mit einer bemerkenswerten Reportage: "Die Babys von Grosny"  - über den Alltag in einem Kreißsaal in der tschetschenischen Hauptstadt mitten im Krieg. Es folgen in den nächsten Monaten  Reportagen über den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, über Guantanamo, den Krieg im Irak aus Basra, Bagdad und aus Kurdistan, die Hoffnungen der jungen Algerier am Vorabend der Präsidentschaftswahlen, die Vergewaltigung als Kriegswaffe in der Demokratischen Republik Kongo, die Rückkehr der Taliban in Afghanistan - Themen, die bis heute aktuell geblieben sind!

2004 berichteten die Arte Reporter auch in drei Folgen über die Plage von Wanderheuschrecken in Mauretanien und, mit als die ersten, über den Konflikt in der Region Darfur: Schwer bewaffnete Reiterhorden überfielen die Dörfer und töteten die Menschen dort, die sich kaum wehren konnten gegen diese Übermacht. 

 

 

2005

 

 

In diesem Jahr schickte ARTE Reportage auch die Moderatoren raus: Im Januar in die Palästinensergebiete am Vorabend der Wahlen zur Nachfolge Jassir Arafats. Und im September nach Kabul zu den ersten freien Parlamentswahlen der Afghanen nach dem Sturz der Taliban. Die Reporter berichteten darüber hinaus auch aus Indien, über die Folgen des Tsunami im Indischen Ozean. In der spanischen Exklave Melilla hofften damals schon hunderte afrikanische Flüchtlinge darauf, in die EU zu gelangen - noch eine der Reportagen, die bis heute aktuell geblieben sind. 

Im Juni zeigten wir das Porträt der ersten Frau, die es geschafft hatte, in einer kleinen Stadt im Norden Malis zur Bürgermeisterin gewählt zu werden: Damals herrschte dort Frieden und Oumou Sall Seck gelang es trotz aller konservativen Tradition, viele Projekte für die Frauen in der islamischen Gemeinde durchzusetzen. Wir berichteten in der Folge mehrfach darüber. Und noch ein Porträt einer ganz besonderen Frau zeigten wir 2005: Michaelle Jean, Flüchtling aus Haiti, wurde als Generalgouverneurin in Kanada vereidigt. 2014 wurde sie übrigens zur Generalsekretärin der Internationalen Organisation der Frankophonie ernannt.

 

2006

 

 

Haiti ist ein Land, aus dem ARTE Reportage von da an beinahe jedes Jahr berichten wird, sei es aufgrund natürlicher oder politischer Katastrophen. 2006 war das Jahr der Wahl und es galt als entscheidend für die Zukunft des Landes. Im Nahen Osten kommt die Hamas in Gaza an die Macht, der israelische Präsident Ariel Scharon fällt ins Koma, in Israel wird gewählt. Unsere Reporter fuhren nach Tschetschenien und trafen dort den neuen Machthaber von Russlands Gnaden, Ramsan Kadyrow, künftiger Premierminister der Kaukasusrepublik. Die Reportage zeigt die Methoden eines Mannes, der das Land mit eiserner Hand regiert.

2006 war auch das Jahr, in dem die Blauhelme der UNO ihren 50. Geburtstag feierten, wir berichteten über ihre Einsätze in der Demokratischen Republik Kongo und in Zypern. Neben der Berichterstattung über die politisch wichtigen Ereignisse kümmerte sich ARTE Reportage auch um Umwelt und Gesundheit - Ethanol als Treibstoff in Brasilien, die Drei-Schluchten-Talsperre in China, die Vogelgrippe, das Virus H5N1 und Aids. Wir entdecken aber auch positive neue Bewegungen in der Welt, eine davon ist eine Bibliothek in Sao Paulo, ein Hafen des Friedens und der Kultur in einer stillgelegten Fabrik in einer der größten Metropolen Lateinamerikas.

 

 

2007

 

 

Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen ganz oben auf der Liste der meistbereisten Länder der ARTE Reporter. China und Russland stehen auf dem zweiten und dritten Platz - angemessen für drei Weltmächte. 2007 berichtete ARTE Reportage unter anderem über die Debatte über die Todesstrafe in den USA, die Freiheit der Presse in Russland nach dem Attentat auf die Journalistin Anna Politkowskaja, den Boom der Automobilindustrie in China.

In diesem Jahr kehren wir zurück in die Region Darfur, nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags - damals wie heute noch immer ein gefährliches Land für die Menschen die dort leben, für die Soldaten der Afrikanischen Union und die NGOs. In Somalia gelingt es der neu gebildeten Regierung 2007 leider nicht nach 16 Jahren des Bürgerkriegs eine halbwegs stabile und sichere Ordnung zu etablieren. ARTE Reportage berichtet auch über Flüchtlinge, damals flohen die Iraker nach Syrien, die Palästinenser in den Libanon und in Bangladesch sind Menschen auf der Flucht vor den Folgen des Klimawandels in ihrem eigenen Land.

Aids ist über die Jahre immer wieder ein Thema für ARTE Reportage, so auch 2007: Millionen Kinder werden zu Waisen, in Swasiland und in Südafrika müssen die Großmütter in der Not ihre Enkel großziehen.   

Sida : les grands-mères courage
 

2008

 

 

In der ersten Sendung in diesem Jahr zeigen wir mit "Wunderheiler und moderne Medizin" eine tief bewegende Reportage über die Reise französischer Ärzte in den Busch im Norden von Benin: Dort helfen sie Menschen, deren Gesichter durch Krankheiten und Verwundungen entstellt sind und arbeiten dabei auch mit den traditionellen Heilern zusammen. Im Februar öffnen sich für uns die Türen zu einer gewaltigen Schatzkammer in Norwegen mit den gesammelten Samen dieser Welt in einem Hochsicherheitsbunker, zur Erhaltung der Biodiversität in der Zukunft.

2008 ist auch ein Wahljahr in den USA, wir beschäftigen uns mit der damals noch futuristischen Krankenversicherung für alle und dem Einfluss der Evangelikalen auf die Wahl. Für Haiti ist es ein schlimmes Jahr, vier tropische Stürme verwüsten das Land, ganze Viertel stehen unter Wasser, die Verteilung der Lebensmittel endet mit Ausschreitungen. Die Demokratische Republik Kongo wird nach wie vor von einem von den meisten Medien "vergessenen" Krieg erschüttert, alle Versuche scheitern, die Waffen in Nord Kivu zum Schweigen zu bringen, hunderttausende Frauen, Männer und Kinder fliehen aus der Region.

Mehrere Reportagen berichten 2008 aus Indien: Über die Brigaden, die die Abtreibung von weiblichen Embryos verhindern wollen, wir zeigen den Tata Nano, das erste Billigauto für die indischen Autofahrer und verbringen ein paar Tage in der "idealen Stadt", in Auroville bei Pondicherry.

 

2009

 

 

Gaza liegt in Trümmern nach der israelischen Militäroperation "Gegossenes Blei", der Antwort auf die Raketen-Abschüsse radikaler Palästinenser auf Israel. Die Hamas bemüht sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln um einen raschen Wiederaufbau. ARTE Reportage berichtet über die großen Konflikte im Nahen Osten und die verschiedenen Versuche in Richtung Frieden. Einen davon zeigt eine Reportage aus West-Jerusalem: "Eine ganz besondere Schule" für Gehörlose. Kinder jüdischen, christlichen oder muslimischen Glaubens, Israelis und Palästinenser, lernen dort gemeinsam. 2009 wählen die USA ihren neuen Präsidenten: Barack Obama. Unsere Reporter reisen in den Süden der Vereinigten Staaten, dort nahmen zu dieser Zeit die rassistischen Attacken wieder zu. Eine zweite Reportage berichtet aus Florida über die neuen Obdachlosen in der Finanzkrise, ihre Zahl ist um 25 Prozent gestiegen.

ARTE Reportage zeigte auch den Alltag der Feuerwehrleute in Bagdad, filmte im Innern der Gefängnisstadt von San Pedro in Bolivien, reihte sich ein in die Schlange der Touristen, die auf den Spuren des Drogenbarons Pablo Escobar in Medellín wandern - kleine Geschichten, Streiflichter auf die Welt von heute. Eine Welt, in der die Rohstoffe immer knapper werden, deshalb gehören Umweltthemen immer wieder zum Angebot des Magazins: 2009 waren es Reportagen über Bio-Treibstoffe in Indonesien, Wassermangel in Las Vegas, Windenergie in Texas oder die pfiffige Idee aus Mauretanien, Plastiktüten zu neuen Produkten zu recyceln. 

 

2010

 

 

Ein Thema aus der Wissenschaft eröffnet den Reigen der Reportagen 2010: über die zehntausenden Menschen in den USA, die ihre DNA testen lassen, auf eventuell vorhersehbare Krankheiten und einen früheren oder späteren Tod. Im September 2010 geht es los mit der Wikileaks-Affäre. Unseren Reportern gelingt es, ein Interview mit Julian Assange zu drehen und damit die Repräsentanten der neuen Gegenmacht im Internet vorzustellen. Wir berichteten auch über die Menschen in Rabaul in Papua-Neuguinea und wie sie weiterleben, gut 20 Jahre nach dem großen Vulkanausbruch von 1994, noch immer bedroht von Feuer und Rauch aus seinem Schlund. Auf den Malediven haben die Behörden eine ihrer Inseln zum ökologischen Tod verurteilt: Dort laden sie den Müll ab von Einheimischen und Touristen. Auf Bali begleiteten wir eine Ärztin in die Dschungeldörfer: Dort ketten die Dorfbewohner Geisteskranken an Bäume an oder sperren sie ein, weil sie sich anders nicht zu helfen wissen. Irresein gilt dort als ein Fluch der Götter!

ARTE Reportage stellte ganz besondere Menschen vor: Zarmina, eine Lehrerin in Afghanistan, die sich dafür einsetzt, dass die Mädchen in ihrem Dorf die Schule besuchen können. Beat, einen Schweizer Kinderarzt, der mit seinen Cello-Konzerten Geld sammelt für sein Krankenhaus in Kambodscha. Manny, einen der weltbesten Boxer und Kandidat bei den Parlamentswahlen auf den Philippinen.

2010 präsentiert  Arte Reportage eine neue Foto-Rubrik: "Tiefenschärfe". Das Erdbeben in Haiti, der Krieg der Gangs in Guatemala - einmal im Monat zeigt und erklärt ein Fotoreporter seine Arbeit. In der Rubrik "Gegen den Strich" stellen wir die besten Zeichnungen der Karikaturisten aus der ganzen Welt vor - damit es auch mal was zum Lachen gibt...

 

2011

 

 

Anfang 2011 liegen viele Städte und Dörfer auf Haiti noch immer in Trümmern. Ein Jahr nach dem Erdbeben berichten unsere Reporter über einen Monat hinweg immer wieder über die vielen Schwierigkeiten beim Wiederaufbau. In diesem Jahr ist es zehn Jahre her, dass in Afghanistan der Krieg gegen die Taliban begann. Wir schicken unsere Reporter aus, sie drehen Reportagen für das Magazin und eine große Webdokumentation: "Afghanistan, 10 Jahre, 100 Blicke".

2011 ist das Jahr, in dem die Rebellen der Elfenbeinküste um ihren Anführer Ouattara den Präsidenten Gbagbo absetzen und ein neues Regime installieren. In diesem Jahr beginnt auch der sogenannte "Arabische Frühling": Unsere Reporter berichten über die Muslimbruderschaft in Ägypten und wie sie sich am Anfang der Revolte in Richtung Macht positionieren; über die verschiedenen Etappen der Revolte in Tunesien, die ersten Tage nach Gaddafi in Libyen und über die ersten Demonstrationen im Jemen. Mit dem "Arabischen Frühling" allerdings brechen in diesen Ländern die alten Ordnungen zusammen, viele Menschen flüchten vor den neuen Ungewissheiten und der neuen wirtschaftlichen Not. Eine italienische Insel im Mittelmeer wird ihr Ziel: Lampedusa wird zu einem Symbol für den Exodus Zehntausender. In Syrien demonstrieren die Menschen im März gegen ihren Diktator Assad - das Regime schlägt hart zurück, dieser Krieg dauert bis heute.    

ARTE Reportage berichtet aus China über die Entführungen von Kindern - über einen Vater, der seine kleine Tochter seit Jahren sucht und eine junge Frau, die nach Jahrzehnten endlich ihre wahren Eltern wiederfindet. Die Behörden in China bekämpfen diese Art von Menschenhandel kaum.

Im Sommer zeigten wir eine Reportage über neue Möglichkeiten, die Menschheit eines Tage zu ernähren, am Beispiel von Thailand: Dort essen sie täglich Insekten, Käfer, Heuschrecken, Grillen oder Larven. Die UNO empfiehlt Insekten als ökologisch und ernährungsphysiologisch äußerst wertvoll. Für die Freunde des französischen Serienkrimi-Schmökers zeigen wir ein Porträt des Schriftstellers Gérard de Villiers, wie er gerade in Libyen für seinen neuen Roman recherchiert.

 

2012

 

 

Undercover - das ist die einzige aber gefährliche Möglichkeit für Reporter, aus Syrien zu berichten, etwa aus Homs, der Rebellenstadt, umzingelt von Assads Truppen: Wir zeigen das Leid der Bevölkerung und die Kämpfe um jeden Straßenzug. In Asien steht der Übergang der Macht bevor, nach dem Tod des alten Diktators Kim Jong-Il, eine unruhige Zeit vor allem an der Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea. Dort drehen unsere Reporter, wie die Grenztruppen in Südkorea gedrillt werden, den Feind auszuspähen. Myanmar, das alte Birma, steht mit der überraschenden Freilassung der Bürgerrechtlerin Aung San Suu Kyi vor einer unverhofften Wende in seiner Geschichte. Ein erster Hauch von Demokratie weht durch das lange abgeschottete Land.

Kinderarbeit kennen wir aus vielen armen Ländern, aber dass viele Eltern in Neapel in der Finanzkrise ihre Kinder aus der Schule nehmen und sie auf den Markt zum Arbeiten schicken müssen, das ist ein neues trauriges Kapitel: Manche sind noch nicht einmal 13 Jahre alt. In Spanien steht eine ganze Region vor dem Konkurs, Valencia hat über 20 Millionen Euro Schulden. Die immer schwierigere wirtschaftliche Lage treibt viele junge Leute ins europäische Ausland, vor allem in den Norden. ARTE Reportage begleitet junge Spanier und Griechen aus ihrer Heimat nach Deutschland, wo sie tatsächlich Arbeit finden. In Kanada fliehen die Menschen vor dem Winter, jedenfalls die es sich leisten können, vor allem Rentner mit einer ordentlichen Pension. Sie nennen sich "Snowbirds" und brechen im Herbst auf mit ihren Wohnmobilen in Richtung Florida - dieses Mal in Begleitung unserer Reporter. 

Im Sommer besuchten wir die Musikschule von Kabul, die hat ihre Tore seit einiger Zeit wieder geöffnet. Die Taliban hatten sie geschlossen, als sie in Kabul herrschten, sie verbrannten alle Noten und die Musikinstrumente - Tanzen, Singen und Musizieren verbietet der Koran nach Ansicht der Taliban. 

 

 

2013

 

 

2013 beginnt mit einer hoffnungsvollen Botschaft, einer Reportage über die Aktion einer Hilfsorganisation in Afrika: Sie verteilen Fahrräder an Leute in den Dörfern, als Transportmittel für die Menschen und für Lasten. Dazu entwickelten sie ein besonders robustes und leicht reparierbares Fahrrad für schlechte Wege und schwere Ladungen. Im März 2013 ist der zehnte Jahrestag des Krieges im Irak. Wie im Jahr 2011 mit der Berichterstattung über den Krieg in Afghanistan, lässt ARTE Reportage die Menschen dieses Mal im Irak zu Wort kommen, in der Sendung und in einer großen Webdokumentation. Regisseure, Fotografen, Karikaturisten und Exil-Iraker erzählen über ihr Land und seine Verhältnisse.

Im März 2013 wird Papst Franziskus gewählt: Wir fühlen den Puls der Christen in Brasilien bei den Weltjugendtagen und zeigen, wie sich Franziskaner in Kolumbien für die Menschenrechte einsetzen und dabei ins Visier der Guerilla geraten. In Europa spitzt sich die Finanzkrise weiter zu: Wir berichten über den Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Spanien, die Proteste der Portugiesen gegen die Sparauflagen und deren Folgen für ihr Land sowie über die Wahlerfolge der rechtsextremen Partei "Goldene Morgenröte" in Griechenland.

ARTE Reportage schaut auch immer wieder nach, wie sich Menschen, Orte und Länder verändert haben, nachdem wir ein erstes Mal darüber berichtet hatten. 2013 besuchen wir ein zweites Mal die Bürgermeisterin in Mali, Oumou Sall Seck - sie war vor dem Terror der Islamisten ins Exil geflohen und kehrte, begleitet von unseren Reporterinnen, nach der Intervention der französischen Armee wieder zurück in ihre Stadt. Und wieder besuchten wir Guantanamo, das Gefängnis für islamistische Terror-Verdächtige, das Barack Obama eigentlich versprochen hatte zu schließen. Noch immer sind dort Dutzende eingesperrt, manche protestieren vergeblich dagegen mit Hungerstreiks. In Tunesien gelingt es unseren Reportern zwei Jahre nach der Jasmin-Revolution, die Islamisten von der Ansar al Charia zu begleiten, Kämpfer für den Dschihad, die für ihre radikalen Parolen in den Dörfern werben.

 

 

2014

 

 

"Die Kinder von der Front" ist der Titel  einer Reportage aus Syrien über die Kinder der Familie des Kommandanten der Freien Armee an der Front in Aleppo: das Grauen des Bürgerkriegs aus der Sicht der Kinder. Auch in der Demokratischen Republik Kongo geht der Bürgerkrieg in ein neues Jahr. Hier haben sich Frauen entschlossen, nicht mehr nur potentiell Opfer zu sein. Sie kämpfen in der Armee und auch bei den Rebellen. In Pakistan recherchieren unsere Reporter, wie die Taliban dort klammheimlich immer mehr Einfluss nehmen auf die Wirtschaft in der Metropole. Und wir berichten über die Not der Kurden, die an der Grenze zur Türkei gegen die Terroristen vom IS kämpfen.

In Zentralafrika führen Christen und Moslems Krieg gegeneinander. Trotz des Einsatzes französischer Soldaten, der Panafrikanischen Streitkräfte und der UNO-Blauhelme sind die Moslems immer wieder Ziele von Anschlägen - die neuen Autoritäten sehen nur zu. In Ruanda erinnern sie sich 20 Jahre nach dem Genozid an das Grauen damals, aber die Gesellschaft scheint das Trauma bewältigen zu wollen und bemüht sich, den Frieden zu erhalten im Sinne von: "Verzeihen, aber niemals vergessen". In Afrika beginnt 2014 die Ebola-Epidemie. Unsere Reporter zeigen, wie die Wissenschaftler in den Laboren der ganzen Welt fieberhaft nach einem Medikament gegen die Krankheit suchen, nachdem die Forschung um Jahrzehnte verschleppt worden war.

Ein neuer Krieg vor den Toren der Europäischen Union: Unter dem Druck der Demonstrationen seit Ende 2013 flieht ihr Präsident Viktor Janukowitsch im Februar 2014 ins Exil nach Russland und mit ihm in den nächsten Monaten zehntausende Ukrainer. Im September 2014 starten wir die große vierteilige Webdokumentation "Refugees": Regisseure, Comiczeichner, Fotografen und Schriftsteller verbringen eine Woche in vier Flüchtlingslagern in der ganzen Welt, in Nepal, im Irak, im Libanon und im Tschad. Sie alle erzählen uns auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise, in Worten, Bildern, Fotos und Comic-Reportagen, über das Leben und die Menschen in den Camps.  

 

 

 

Bonus: Fotos von den Dreharbeiten

 

Ein Dossier von Philippe Brachet, Nathalie Georges, Donatien Huet und Uwe Lothar Müller

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016