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Ein bisschen Frieden, bitte!

Länder: Welt

Tags: Friedensnobelpreis, Donald Trump, Edward Snowden, Papst Franziskus

Jedes Jahr zur gleichen Zeit werden sie verkündet: die Preisträger des Nobelpreises. Eine Woche voller Spannung und zahlreichen Überraschungen. Auftakt machen die Medizin und Chemiepreise, gegen Ende der Woche wird es dann auch für den Ottonormalbürger interessant - denn dann geht es an den Friedensnobelpreis. In diesem Jahr hat die Zahl der Nominierungen für den Friedensnobelpreis einen neuen Rekord erreicht. 376 Kandidaten wurden dieses Jahr vorgeschlagen, das sind fast 100 mehr als im letzten Jahr, teilte das Osloer Nobelpreiskomitee mit. Offiziell werden die Nominierten nicht bekannt gegeben,  ein paar Namen sickern dennoch durch. Noch ist völlig offen, wem der Preis am 10. Dezember in Oslo verliehen wird: ARTE Info hat fünf diskutable Kandidaten mit einem Augenzwinkern unter die Lupe genommen.

Ein bisschen Frieden, bitte!
Ein bisschen Frieden, bitte! ARTE Info hat fünf Kandidaten für den Friedensnobelpreis mit einem Augenzwinkern unter die Lupe genommen. Ein bisschen Frieden, bitte!

, Schnitt: Mathieu Woehrel

Grafik: Côme Peguet


 

 

Übrigens:
Nominieren darf nur eine ausgewählte Gruppe von Menschen, unter anderem Mitglieder der Parlamente und Regierungen, Universitätsrektoren, Politik- und Geschichtsprofessoren und ehemalige Preisträger. Eine Person kann also mehrmals nominiert werden - automatisch bekommt sie den Preis so natürlich dennoch nicht.

 
Favoriten für den Friedensnobelpreis

 

Nadia Murad

 

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Die junge Irakerin wurde als Sexsklavin der Terrororganisation IS missbraucht, gekidnappt und gefoltert. Nun engagiert sich die 23-Jährige für die internationale, strafrechtliche Verfolgung der Verbrechen gegen die Jesidinnen, einer kurdischen Minderheit, der sie selbst angehört. Am 17. September wurde Nadia Murad zudem zur "UN-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel" berufen.

 

Die syrischen Weißhelme

 

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Sie kämpfen Tag für Tag gegen die ausweglos erscheinende Situation im syrischen Bürgerkrieg an. Seit 2013 koordiniert das "Syrische Komitee für zivile Verteidigung" tausende freiwillige Einheimische, die hauptsächlich Verletzte retten und Tote aus den Trümmern bergen. Dabei sind die syrischen Weißhelme besonders aktiv in den von der Opposition kontrollierten Kriegszonen. Ihr international anerkannter Einsatz in Syrien könnte jetzt mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden.  

 

Denis Mukwege

 

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Der kongolesische Gynäkologe setzt sich seit über 30 Jahren für Opfer sexueller Gewalt ein. Neben seiner Tätigkeit als Arzt engagiert sich Mukwege auch politisch für die Verfolgung von Vergewaltigungstaten. Zuletzt erhielt er 2014 den Sacharow-Preis für seinen andauernden Kampf.

 

Die Bewohner der griechischen Inseln

 

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Tagtäglich kommen neue Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa. Die Bewohner der griechischen Inseln wie Lebos haben bei der Erstaufnahme der Neuankömmlinge viel geleistet. Die Petition von Avvaz, einer kretischen Organisation, hat den Weg für die Nominierung der Inselbewohner geebnet. Sollte das Komitee sich tatsächlich dazu entschließen, ihnen den Preis zu verleihen, dann stellt sich die Frage, wie das Preisgeld gerecht unter den Bewohnern verteilt werden sollte.

 

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Zuletzt geändert am 7. Oktober 2016