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E-Zigaretten in Europa

Länder: Polen

Tags: E Zigaretten, Zigaretten, nikotin

Gerät das „Dampfen“ stärker ins Visier der Gesetzgeber? Unsere Korrespondenten haben sich umgehört.

Polen:

 

Die nächste Schlacht um die E-Zigarette wird in Polen geschlagen, einem Zukunftsmarkt für die großen Tabakkonzerne, die die Entwicklung in dem Land bislang verschlafen haben. Etwa 1,2 Millionen „Dampfer“ soll es in Polen geben, die bislang für einen Umsatz von 330 Millionen Euro sorgen. Zwar werden 90 % der E-Zigaretten aus China importiert, doch Polen produziert auch seine eigenen elektronischen Glimmstängel. Etwa 10 000 Menschen sind dort in der Fertigung beschäftigt, was bei der BAT-Gruppe (British American Tobacco) Begehrlichkeiten geweckt hat. Ende 2015 hat der britische Konzern den führenden polnischen E-Zigaretten-Hersteller Chic übernommen, der über ein Netz von 800 lokalen Verkaufsstellen, seine eigene E-Liquid-Fabrik, produktspezifische Markennamen und eine Internetseite verfügt, über die er von Frankreich aus nach Russland exportiert.

Die paradiesischen Zustände für Nutzer von E-Zigaretten könnten allerdings schon bald der Vergangenheit angehören: Die Regierung beabsichtigt, den Gebrauch der elektronischen Rauchutensilien in der Öffentlichkeit sowie den Verkauf im Internet und an Minderjährige ab Mai 2016 unter Strafe zu stellen.

 

 

Großbritannien:

 

Einer der größten britischen E-Zigaretten-Hersteller, Totally Wicked, hat erst kürzlich für Schlagzeilen gesorgt, weil er gerichtlich gegen die europäische Tabakrichtlinie vorgeht. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in dieser Angelegenheit wird mit Spannung erwartet.

Im Vereinigten Königreich greifen etwa 2,6 Millionen Menschen regelmäßig zur E-Zigarette – die meisten davon haben mit dem Rauchen herkömmlicher Zigaretten aufgehört, manche fahren auch zweigleisig. Dieser Wachstumsmarkt erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 459 Millionen Pfund.

In einem Bericht vom 19. August 2015 erklärte die nationale Gesundheitsbehörde, dass das Rauchen von E-Zigaretten um 95 % weniger schädlich sei als das Rauchen herkömmlicher Zigaretten.

Sogar Premierminister David Cameron, selbst ehemaliger Raucher, hat eingeräumt, dass ihn die E-Zigarette beim Aufhören unterstützt habe.

Nun soll ein von der Sozialversicherung aufgelegtes Programm die Ärzte dazu animieren, Rauchern E-Zigaretten zu verschreiben, damit auch sie das Rauchen leichter aufgeben können.

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016