Die Welt des Bill Viola

Länder: Frankreich

Tags: Bill Viola

In Paris kann man in das Universum des US-Künstlers Bill Viola eintauchen. Es ist die erste grosse Retrospektive des Meisters der Videokunst in Frankreich. Viola vermittelt seine Grenzerfahrungen in monumentalen Installationen, die im jetzt Grand Palais zu sehen sind.

Die Welt des Bill Viola

Am 25. Oktober 1951 stellte der amerikanische Sänger Bing Crosby in Los Angeles den ersten Videorekorder vor. Das Gerät arbeitete mit einer Spule, die insgesamt nicht mehr als 16 Minuten aufzeichnen konnte. Einige Monate zuvor, am 25. Januar 1951, erblickte Bill Viola in New York das Licht der Welt. Einer der bedeutendsten Videokünstler ist also im selben Jahr wie sein Medium geboren. Ein Vorzeichen? Vielleicht. Auf jeden Fall begann Viola gegen Ende der 60er Jahre als Student der Syracuse University im Bundesstaat New York mit riesigen Kameras zu arbeiten. Seine ersten Installationen folgten 1972, zusammen mit Videopionieren wie Nam June Paik und Bruce Nauman.
Mit dem technologischen Fortschritt entwickelte sich auch seine Kunst weiter. Körnig sehen seine Videos der 70er Jahre neben monumentalen HD-Filmen der jüngeren Vergangenheit aus. Aber für Viola „waren die technischen 
 

Voraussetzungen nie von Bedeutung.“ Und wirklich, er ist auch heute noch von denselben Themen besessen: Leben und Tod, Traum und Schlaf, Feuer und Wasser. Immer wiederkehrende und letztlich sehr banale Motive. Dennoch ist sein Werk faszinierend, denn die Qualität und Schönheit seiner Videos sind außergewöhnlich. Sie gleichen lebendigen Gemälden. Violas Installationen reihen sich ein in die Kunstgeschichte, inspiriert von den großen Meistern der Renaissance.
 

Seinen großen Durchbruch hatte Viola in den 90er Jahren. 1995 repräsentierte Viola die Vereinigten Staaten bei der Biennale in Venedig. 2003 widmete ihm die National Gallery in London als erstem Gegenwartskünstler eine Ausstellung. 2004 engagierte der Opernregisseur Peter Sellars Bill Viola, um Wagners Tristan und Isolde mit monumentalen Videos zu unterlegen. Ab April 2014 werden diese Arbeiten in der Opéra de Paris erneut zu sehen sein.
 

Der Grand Palais in Paris widmet ihm nun seine erste Retrospektive in Frankreich, vom 5. März bis 21. Juli 2014. Unbedingt sehenswert.
 

Hérade Feist / ARTE Journal

ARTE JOURNAL 19h45

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016