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Die Troika: Fluch oder Segen?

Länder: Griechenland

Tags: Troika

Seit dem Quasi-Bankrott des griechischen Staatshaushaltes ist die Troika zum Sinnbild für eine rigorose Sparpolitik geworden. Dieses Kontrollgremium besteht aus Vertretern des Internationalen Währungsfond (IWF), der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB), wobei die EZB nur eine beratende Funktion hat, da die Rettungsprogramme nur vom IWF und der Kommission, unterschrieben werden.

Die Troika kontrolliert seit dem Frühjahr 2010 die Umsetzung der Sparauflagen an Griechenland und gibt grünes Licht für die Überweisung der Hilfsmilliarden an Athen. Die jüngste, von der Troika bewilligte Geldspritze wurde Ende April 2014 nach wochenlangem Streit über die schleppenden Reformanstrengungen der Regierung in Athen freigegeben: 8,3 Milliarden Euro aus den bestehenden Hilfspaketen. Ende April wurde die erste Tranche von 6,3 Milliarden Euro ausgezahlt. Hält Athen seinen Reformkalender ein, gibt es im Juni und Juli je eine weitere Milliarde. 

 

Feindbild Troika

Für die Befürworter der Troika ist der von ihr eingeschlagene Weg der einzig richtige um den griechischen Staatshaushalt zu sanieren.  Für viele Griechen hingegen ist die Troika zum Feindbild schlechthin geworden. Sie machen das Gremium für die drakonischen Kürzungen besonders im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen verantwortlich und wehren sich immer wieder lautstark gegen das "Diktat der Troika"

 

Scharf kritisiert wurde die Troika im März 2014 auch vom Europäischen Parlament, das sich gar für ihre schrittweise Abschaffung ausspricht. Das Gremium "habe einseitig auf Sparmaßnahmen gesetzt und Wachstumsimpulse vernachlässigt". Zudem fehle es ihm an juristischer und demokratischer Legitimation und Kontrolle. Das EU Parlament empfiehlt, die Arbeit der Troika einem Europäischen Währungsfonds (EWF) zu übergeben. 

 

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Die drei Verhandlungsführer der Troika

Der Däne Poul Thomson ist der erfahrenste der drei Verhandlungsführer. Er arbeitet seit 30 Jahren für den IWF und hat solche Programme schon im ehemaligen Jugoslawien, Russland und Island überwacht. Er ist bekannt dafür, Finanzhilfen nur im Gegenzug für "marktfreundliche" Reformen im Finanzbereich zu vergeben. Matthias Mors ist Ökonom in der EU-Kommission vertritt dort den Bereich Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten II. Klaus Masuch, auch ein Deutscher, ist Verhandlungsführer der EZB-Delegation und Abteilungsleiter im "Directorate Economic Developments". 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016