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Die Steuern in Theorie und Praxis

Länder: Europäische Union

Tags: durchgecheckt, Steuern, Laffer-Kurve, Pferdeäpfeltheorie

Töten zu viele Steuern wirklich die Steuer? Kommen Steuersenkungen für Superreiche letztlich der ganzen Wirtschaft zugute? Diese Fragen werden seit Jahrzehnten ausführlich debattiert. Ein Überblick. 

Was ist die Laffer-Kurve?

Die Laffer-Kurve, die den Ausspruch „Zu viele Steuern töten die Steuer“ geprägt hat, ist ein wirtschaftswissenschaftlicher Zusammenhang, den der US-amerikanische Ökonom Arthur Laffer Anfang der 1980er Jahre bekannt machte, der aber schon seit dem 19. Jahrhundert Bestandteil der wirtschaftsliberalen Argumentation ist.

Es handelt sich dabei um eine Glockenkurve, wobei der Scheitelpunkt nach Laffer der maximalen Besteuerung entspricht, die möglich ist, ohne sich demotivierend auf die Arbeitsleistung und die damit verbundene Erwirtschaftung von Einkommen auszuwirken, wodurch sich das Steueraufkommen wieder vermindert. Laffer will damit veranschaulichen, dass auf beiden Seiten des Scheitelpunktes der Kurve – für den in den Theoriemodellen ein Steuersatz von 50 % veranschlagt wird, ohne dass dies empirisch belegt wäre – das gleiche Steueraufkommen mit zwei sehr unterschiedlichen Steuersätzen erreicht werden kann: einem hohen (über 50 %) und einem niedrigen (unter 50 %). Seine Theorie geht also davon aus, dass ein niedriger Steuersatz ein mindestens ebenso hohes Steueraufkommen generieren kann wie ein hoher, da sich die Steuerbelastung negativ auf das Erwerbsverhalten auswirkt.

Arthur Laffer war einer der Wirtschaftsberater von Ronald Reagan, der nach seiner Wahl zum US-Präsidenten 1981 massive Steuersenkungen durchsetzte. Bis heute orientieren sich zahlreiche Regierungen an seiner Theorie. Weitere Informationen hierzu gibt es an dieser Stelle nach der Sendung.

 

Was ist die Pferdeäpfeltheorie?

Die Trickle-Down- oder Pferdeäpfeltheorie ist eine wirtschaftsliberale Theorie, nach der das Wirtschaftswachstum und der Wohlstand der Reichen nach und nach in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickern und sich so auf die Gesamtbevölkerung auswirken.

Ihre Verfechter fordern, dass jeder die Möglichkeit erhält, sich zu bereichern, da die wohlhabenden Schichten ihr Geld erneut investieren und von diesen Investitionen die gesamte Wirtschaft profitiert, einschließlich der Ärmsten.

Steuern sind in ihren Augen ein Hindernis für den Wohlstand aller, da sie den Reichen die Möglichkeit zu weiterer Bereicherung und die Lust auf Investitionen rauben.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016