Die Stasiunterlagenbehörde

Länder: Deutschland

Tags: Stasi, DDR

Am 2. Januar 1992 öffnet die Stasi-Unterlagen-Behörde ihre Türen für die Öffentlichkeit. Zum ersten Mal in der Geschichte eines Staates haben Bürger Zugang zu den Unterlagen, die ein Geheimdienst über sie erstellt hat. Weltweit einmalig. Sorgt die Aktenöffnung für Versöhnung zwischen Tätern und Opfern? Die drei Chefs der Stasi-Unterlagen-Behörde, der Begründer Joachim Gauck und seine Nachfolger Marianne Birthler und Roland Jahn ziehen Bilanz.

Wir wollen die Hände auf die Akten legen. Das sind unsere Akten, das ist Herrschaftswissen der Diktatur, das gehört in unsere Köpfe und in unsere Hände. Und diesem Erbe war ich verpflichtet. "

Joachim Gauck

Joachim Gauck über die Vorgeschichte der Stasiunterlagenbehörde

Bundespräsident Joachim Gauck war der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Im Interview erinnert er sich an die Vorgeschichte der Behörde. 

 

 

Joachim Gauck en interview

(4 min)

 

Vidéo

Das ist schon ein ziemlich großer Erfolg gewesen, dass es uns gelungen ist, dass die Öffnung der Akten auch über den 3. Oktober 1990 hinaus gewährleistet war. Das war am Anfang eher unwahrscheinlich.

Marianne Birthler

Marianne Birthler über die Öffnung der Stasi-Akten

Der Umgang mit den Stasi-Akten war in der Wendezeit nicht unumstritten. Marianne Birthler, ehemalige Volkskammerabgeordnete und von 2000 bis 2011 Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, erinnert sich an die Diskussionen über die Aktenöffnung. 

 

Interview mit Marianne Birthler

 

Für mich war klar, dass die Freiheit des Westens nur eine halbe Freiheit ist, solange diese Mauer steht. 

Roland Jahn

Roland Jahn über Demokratie und Mauerfall

Der Bürgerrechtler Roland Jahn, seit 2011 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, wurde 1983 gewaltsam aus der DDR ausgebürgert. Von West-Berlin aus unterstützte er oppositionelle Gruppen in der DDR mit dem Ziel, die Mauer zum Einsturz zu bringen. 

 

Interview mit Roland Jahn

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016