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Die sechs berühmtesten Hacker

Länder: Welt

Tags: Hacking, Assange, Wikileaks

"Le Condor", "Solo", "Dark Dante", "Captain Crunch", Julian Assange oder "Vlad": Die Meister des Hackings.

Captain Crunch
John Draper alias "Captain Crunch"

John Draper, Sohn eines US-Air-Force-Ingenieurs, wird als Hacker-Pionier angesehen. Er fand 1969 heraus, dass die Spielzeugpfeife, die den Frühstücksflocken von Cap'n Crunch als Werbegeschenk beilag, einen Ton mit einer Frequenz von 2600 Hertz erzeugt. Diese Tonfrequenz wurde damals im Telefonnetz von AT&T verwendet, um Ferngespräche freizuschalten. Pfiff er mit der Spielzeugpfeife in den Telefonhörer, konnte er kostenlos Telefongespräche führen. Draper erhielt den Spitznamen „Captain Crunch“, und seinen Trick taufte er „Phreaking“, eine Wortkombination aus phone (Telefon) und freak (Außenseiter). Er bastelte anschließend die den 2600-Hertz-Ton erzeugende so genannte Blue Box und inspirierte damit die ersten Computerhacker (siehe Artikel „Kurzer Überblick über die Geschichte des Hackens“).

 

Mitnick
Kevin Mitnick alias "le Condor" 

Kevin Mitnick ist zweifelsohne der berühmteste Hacker. 1980 brach der damals Siebzehnjährige physisch in die Telefonzentrale von Pacific Bell ein und leitete mehrere Telefonlinien zum eigenen Gebrauch um. Er wurde für drei Monaten in eine Erziehungsanstalt eingewiesen.

1983 hackte er sich von seiner Universität in Südkalifornien aus über den Internet-Vorläufer ARPAnet in einen Pentagon-Computer ein. Dafür musste er eine sechsmonatige Strafe in der Jugendstrafanstalt absitzen. In den darauffolgenden Jahren hackte er ebenfalls die Datensysteme von Fujitsu, Motorola, Nokia und Sun Microsystems. Nachdem er seit 1989 auf der Flucht war, wurde er 1995 vom FBI verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Kevin Mitnick ist heute Berater im Bereich der Datensicherheit.

 

 

Gary McKinnon
Gary McKinnon alias "Solo"

Gary McKinnon ist ein britischer Hacker. Er war überzeugt davon, dass die US-Armee außerirdische Technologie verwendete, und suchte nach Beweisen, indem er sich zwischen 2001 und 2002 in 97 Computer der NASA, der Luftwaffe und des Pentagons einhackte. Amerikanischen Behörden zufolge hat er damit den „größten IT-Angriff auf militärische Computer“ verübt. McKinnon beschädigte und blockierte bei seinen Angriffen mehrere Datensysteme und verursachte einen Schaden von insgesamt 700 000 Dollar. Er wehrt sich heute immer noch gegen eine Auslieferung in die Vereinigten Staaten, wo ihm eine bis zu 70-jährige Gefängnisstrafe droht.

 

Kevin Poulsen
Kevin Poulsen alias "Dark Dante"

Kevin Poulsen war siebzehn Jahre alt, als er seine Hacker-Karriere begann, indem er mehrmals ins Arpanet - das damals der Armee, den großen Universitäten und den Unternehmen vorbehaltene Netz (Vorläufer des heutigen Internet) - eindrang. Danach hackte er sich unter anderem erfolgreich ins Masnet, das Netz der Bodentruppen, ein. 1989 wurde er verhaftet, flüchtete aber kurz vor dem Beginn seines Prozesses. In den 17 Monaten seiner Flucht gelang ihm sein größter Erfolg: Er übernahm die Kontrolle über alle Telefonlinien des Radiosenders KIIS-FM, um sicherzustellen, dass er beim Wettbewerb des Senders den ersten Preis, einen Porsche, gewinnt. 1991 wurde er erneut festgenommen und zu 51 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Heute ist er Chefredaktor des Magazins „Wired“.

 

Vlad
Vladimir Levin alias "Vlad"

Der russische Mathematiker ist dafür berühmt, den größten virtuellen Bankraub verübt zu haben. 1994 drang er in das internationale Bankennetzwerk SWIFT ein und erlangte so Zugang zu den größten Konten der amerikanischen Citybank. Levin zweigte elektronisch mehr als zehn Millionen Dollar ab, die er auf Konten in den USA, Israel, Finnland, Deutschland und den Niederlanden überwies. Er hatte drei Komplizen damit beauftragt, die Beute abzuholen. Sie konnten alle bei dem Versuch, das gestohlene Geld abzuheben, festgenommen werden. Im Zuge der Strafuntersuchung wurde schließlich auch Levin aufgespürt und 1995 in London festgenommen. Er wurde an die USA ausgeliefert und 1998 zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

 

Julian Assange
Julian Assange

Julian Assange ist Mitgründer und Chefredakteur von WikiLeaks (siehe Artikel über Hacktivisten). Der australische Hacktivist wurde unter dem Pseudonym „Mendax“ für seine Aktivitäten mit der Hackergruppierung „International Subversives“ bekannt. Er legte die Grundregeln der Hackergruppe fest: Es ist verboten, die gehackten Computer zu beschädigen oder die Daten des gehackten Systems zu verändern, die gesammelten Informationen müssen zwingend mit der Gruppe geteilt werden.Dennoch wurde er 1992 in Australien verhaftet; die Anklage lautete auf 31 Hacker-Angriffe, darunter das Eindringen in die Netze der US Air Force und des Telekommunikationsanbieters Nortel. Assange wurde zu einer symbolischen Geldstrafe von 2100 Dollar verurteilt und wegen guter Führung entlassen.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016