Fünf Tage im Lager Beldangi mit der Schriftstellerin Fatou Diome

10. März 2016

Fatou Diome wurde 1968 auf der Insel Niodor im Senegal geboren. Mit großer Begeisterung verschlingt sie Bücher und beginnt dann schon im zarten Alter von 13 Jahren zu schreiben. Ihr Studium absolviert sie in Dakar und heiratet schließlich einen Franzosen, der "sie im Gepäck mit nach Straßburg nimmt". Fatou Diome verarbeitet diese erste Erfahrung in einer Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Titel "Eingeborene zuerst!" (Editions Présence Africaine, 2001, deutsch im Sujet Verlag 2012). Darin beschreibt sie, wie eine junge Uniabsolventin aus dem Senegal das Elsass entdeckt und sich als Putzfrau durchschlägt. Ihr erster Roman "Der Bauch des Ozeans" (Anne Carrière, 2003, deutsch bei Diogenes 2006) war ein durchschlagender Erfolg. In ihrem Buch beobachtet Diome mit Humor und frei von jeglicher Anbiederei die französische und die senegalesische Gesellschaft und beschreibt mit viel Gespür, wie sehr die Menschen nach den Strapazen der Immigration unter Entwurzelung und Enttäuschungen leiden. 2013 veröffentlicht Fatou Diome bei Flammarion "Impossible de grandir", einen weiteren von autobiografischen Erlebnissen inspirierten Roman. Für ARTE Reportage hat sie nun wieder zu Stift und Papier gegriffen und berichtet in fünf Kapiteln von ihrem Aufenthalt im nepalesischen Flüchtlingscamp Beldangi.