Die Preisträger der Berlinale 2014

Länder: China, Deutschland

Tags: Berlinale, Black Coal, Thin Ice

Der Goldene Bär geht an den chinesischen Streifen "Black Coal, Thin Ice" - alle Preisträger der Berlinale 2014 im Überblick.

 

Unerwartet: Der Goldene Bär geht an... "Black Coal, This Ice"

Der Goldene Bär geht an den chinesischen Film "Black Coal, Thin Ice" (Bai Ri Yan Huo) von Yinan Diao. Die Aufklärung einer Jahre zurückliegenden Mordserie wird zu einem düsteren Puzzle aus Liebe, Rache und sexueller Gier. Unterhaltsamer Krimi mit einer der originellsten Mordszenen der Filmgeschichte. Allerdings taumelt die Story durch ein Gestrüpp kaum zu überblickender Handlungsstränge.

 

Der Silberne Bär geht an... "Grand Budapest Hotel"

"Grand Budapest Hotel" des US-Amerikaners Wes Anderson erhält den silbernen Bären. Eine skurrile Story um ein Luxushotel, seinen Concierge, einen Mord und ein wertvolles Gemälde. Ein Star-Ensemble mit Ralph Fiennes, Bill Murray, Willem Dafoe, Léa Seydoux und Edward Norton in allerbester Spiellaune. Der sonst für Anderson-Filme typische, leicht tragische Unterton fiel weniger markant aus, als gewöhnlich.

 

Der Silberne Bär Alfred-Bauer Preis geht an... "Aimer, boire et chanter"

"Aimer, boire et chanter" (Lieben, Trinken und Singen) des Franzosen Alain Resnais wird mit dem Silbernen Bären Alfred-Bauer-Preis geehrt. Der Regie-Altmeister hat Alan Ayckburns Bühnenhit um eine Amateurschauspieltruppe, die um einen kranken Freund bangt, als knallige "Theater im Film"-Farce inszeniert. Die geschliffenen Dialoge und das distinguierte Spiel der Akteure sind ein Fest für Theaterfans. Filmfans werden aber von der in deutlich künstlichen Kulissen angesiedelten Bühnenadaption in ihren Erwartungen an Spannung, Dramatik und effektvollen Bildern nicht bedient.

 

Der Silberne Bär für die beste Regie geht an... "Boyhood"

Der  Silberne Bär für die beste Regie geht an den amerikanischen Streifen "Boyhood" von Richard Linklater. Für das Langzeit-Spielfilmprojekt wurden über einen Zeitraum von zwölf Jahren die selben Darsteller jedes Jahr vor die Kamera geholt. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Porträt eines Kindes und Heranwachsenden. Mit 164 Minuten Länge fordert der Film dem Zuschauer etwas Geduld ab.

 

Der Silberne Bär für die beste Darstellerin geht an... Haru Kuroki  

Haru Kuroki erhält den Silbernen Bären für die beste Darstellerin für Rolle in "The Little House" (Chiisai Ouchi). Sie spielt ein Hausdienerin im zweiten Weltkrieg, die mitansehen muss, wie der Mann, den sie liebt, mit ihrer Herrin eine Affäre eingeht. Regie führte Altmeister Yoji Yamada, der bereits zum vierten Mal an der Berlinale teilnimmt.

 

Der Silberne Bär für den besten Darsteller geht an... Liao Fan

Liao Fan wird für seine Rolle in als Polizist Zhang in "Black Coal, Thin Ice" mit dem silbernen Bären als bester Darsteller ausgezeichnet. Für den Vierzigjährigen, der in mehr als zwanzig Filmen spielte, ein Höhepunkt seiner Karriere.

 

Der Silberne Bär für das beste Drehbuch geht an... "Kreuzweg"

"Kreuzweg" des Deutschen Dietrich Brüggemann erhält den Silbernen Bären für das beste Drehbuch. Der Film erzählt die Geschichte der 14-jährigen Maria und ihrer Familie, die der strengen katholischen Lehre einer Priesterbruderschaft folgen. Der Glaube bringt das Mädchen aus Angst vor Sünde auf einen fatalen Weg. Formal beeindruckende Parabel über die Folgen von Fanatismus, erzählt anhand der Stationen des katholischen Kreuzwegs. Vor der strengen Stilistik tritt die Geschichte manchmal in den Hintergrund.

 

Der Silberne Bär für eine herausragende künstlerische Leistung in der Kategorie Kamera geht an... "Blind Massage"

Der silberne Bär für eine herausragende künstlerische Leistung in der Kategorie Kamera geht an "Blind Massage" (Tui Na) von Ye Lou aus China. Ein Kaleidoskop über den Alltag einer medizinischen Massagepraxis in einer chinesischen Großstadt, in der stark sehbehinderte und blinde Menschen arbeiten. Die Geschichte um Liebe und Leid der Masseurinnen und Masseure verdichtet sich zu einem Panorama gegenwärtigen Lebens der sogenannten kleinen Leute in China. Ein Zuviel an sentimentalen Szenen rückt die Geschichte leider zu sehr ins Kitschige.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016