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Die Parlamentswahlen in elf Zahlen

Länder: Frankreich

Tags: Parlamentswahl, Nationalversammlung

Eine deutliche Mehrheit für den neuen Präsidenten, eine niedrigen Wahlbeteiligung sowie der totale Einbruch der Sozialisten: ARTE Info blickt in elf Zahlen auf die historischen Parlamentswahlen in Frankreich zurück.

Les législatives en onze chiffres
Die Parlamentswahlen in elf Zahlen Die Parlamentswahlen in elf Zahlen Die Parlamentswahlen in elf Zahlen

 

75%

Neue Abgeordnete

75 Prozent frischer Wind: Noch nie in der Geschichte der Fünften Republik wurden so viele neue Kräfte ins Parlament gewählt. 432 von 577 waren in der vergangenen Legislaturperiode nicht in der Nationalversammlung. Zum Vergleich: 2012 wurden 40 Prozent der Sitze erneuert. 2007 nur gerade 25 Prozent.

57%

Wahlabstinenz

57 Prozent der Stimmberechtigten sind in der Stichwahl gar nicht erst zur Urne gegangen. Schon in der ersten Runde lag die Stimmbeteiligung bedenklich tief, so dass nur vier Abgeordnete direkt in der ersten Runde gewählt wurden.

53.7%

Polit-Neulinge

53.7 Prozent der Abgeordneten von „En Marche!“ sind noch nie einem politischen Mandat nachgegangen. Präsident Macron hat damit ein zentrales Wahlversprechen eingehalten, frische und unverbrauchte Kräfte ins Parlament zu bringen.

38.7%

Frauenanteil im Parlament

38.7 Prozent der Abgeordneten im neuen Parlament sind Frauen, das entspricht 223 von 577. Bislang waren 155 Frauen in der Nationalversammlung vertreten, also 26.9 Prozent. Die Partei von Präsident Emmanuel Macron und ihre Verbündeten entsenden knapp zur Hälfte Frauen in die künftige Nationalversammlung.

23

Alter des jüngsten Abgeordneten

Der neu gewählte Ludovic Pajot ist Vertreter des Front Nationals aus dem Pas-de-Calais. Der älteste Abgeordnete heißt Bernard Brochand von den Republikanern, er ist 79 Jahre alt und kommt aus Cannes.

295

Sitze

Auch die Sozialisten erzielten mit ihren Partnern vor fünf Jahren eine absolute Mehrheit. Heute ist der Absturz jäh: In den nächsten fünf Jahren wird die Fraktion der Sozialisten gerade noch aus 46 Abgeordneten bestehen.

58

Stimmen

Das ist die Untergrenze an Stimmen im Parlament, um einen Misstrauensantrag zu stellen. Die Sozialisten müssten sich also zwingend mit dem linksextremen Flügel von Mélenchon vereinigen, um diese Schwelle zu erreichen.

15

Abgeordnete

Das ist die notwendige Marke, um im Parlament eine Fraktion zu bilden. Der Front National hat diese Marke nicht erreicht, dennoch konnte er die Anzahl seiner Abgeordneten von 2 auf 8 vervielfachen.

6

Ministerkandidaten

6 Ministerkandidaten von Premierminister Edouard Philippe, wurden in die Nationalversammlung gewählt. Wären sie nicht gewählt worden, hätten sie womöglich ein Glaubwürdigkeitsproblem gehabt.

1.

Wahl

Erstmals wurden die beiden Politik-Schwergewichte Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon in die Nationalversammlung gewählt. Mélenchon in Marseille, Le Pen in Hénin Beaumont.

0

Arbeiter

0 ist die Anzahl an Arbeitern, die es in die Nationalversammlung geschafft haben. Fast ein Drittel der neuen Abgeordneten sind hingegen Angestellte, die Führungspositionen einnehmen oder intellektuellen Berufe nachgehen. 

Zuletzt geändert am 19. Juni 2017