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Die "letzte Adresse" der Stalin-Opfer

Länder: Russland

Tags: Stalin, Letzte Adresse, NGO

Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial greift in Moskau das Prinzip der Stolpersteine auf, um der Opfer des Sowjetterrors zu gedenken. Millionen von Menschenleben wurden in den Jahren des stalinistischen Terrors vernichtet. Die meisten blieben jahrelang ungenannt. Die Initiative "Letzte Adresse" soll das ändern. Täfelchen aus rostfreiem Stahl werden an Hauswände geschraubt und sollen in Moskau, St.Petersburg und anderen russischen Städten an die Opfer erinnern. 

Die Erinnerung an den Terror passt nicht in die politische Grundstimmung Russlands. Nach wie vor verehrt man Stalin als Feldherrn des Großen Vaterländischen Kriegs. Seine "Popularität" steigt kontinuierlich. Laut aktuellen Umfragen sehen 52 Prozent der Russen seine Rolle positiv. Das ist der höchste Wert seit der Perestroika. Das Meinungsforschungsinstitut Levada hat jüngst neue Zahlen veröffentlicht, nach denen 45 Prozent der Russen die Repressionen und die Opfer unter Stalin für gerechtfertigt  halten, doppelt so viel wie 2012. Die Zahl derjenigen, die glauben, dass die Opfer nicht zu rechtfertigen sind, hat sich dagegen verringert. Es sind nur 25 Prozent. 57 Prozent der Russen sind dagegen, Stalin als Verbrecher zu qualifizieren. Mascha Rodé berichtet.

 

Russie : opération "dernière adresse"

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016