"Die Ausweisung der Juden aus Gusch Katif hat nichts Gutes gebracht"

Länder: Israel

Tags: Uri Ariel, Gaza, Gazastreifen

Landwirtschaftsminister Uri Ariel ist einer der führenden Köpfe der Siedler-Partei "Jüdisches Haus". Er war ein entschiedener Gegner des Rückzuges aus dem Gazastreifen und spricht sich heute für die Annexion eines Teiles des Westjordanlandes aus.

Welche Bilanz ziehen Sie zehn Jahre nach dem Rückzug, den sie Seinerzeit aus tiefster Überzeugung ablehnten?

Uri Ariel: Die Ausweisung der Juden aus Gusch Katif hat nichts Gutes gebracht. Nach unserem Abzug übernahm die Hamas die Macht und beschoss Israel fortwährend mit Raketen. Tausende von Menschen wurden von ihrem Zuhause vertrieben und die Palästinenser sind verarmt.

 

Dieser Rückzug war eine große Niederlage für die Siedlerbewegung.

Uri Ariel: Diese Niederlage ist vor allem den Machthabenden von damals zu verdanken. Die Menschen von Gusch Katif haben gezeigt, dass sie willens sind, aufzustehen und wieder aufzubauen. Die Lektion aus alldem ist, dass man sich mehr dafür einsetzen muss, dass das ganze Volk Israel versteht, dass dies unser Land ist, das uns von unseren Vätern vermacht wurde. Man muss auch in Judäa und Samaria (der biblische Name für das Westjordanland, AdR) weiter bauen, wo die jüdische Bevölkerung seit dem Rückzug aus dem Gazastreifen erheblich zugenommen hat.

 

Aber diese Besiedlung läuft der Zwei-Staaten-Lösung zuwider. Befürchten Sie nicht, dass Israel zu einem binationalen Staat mit sehr starker palästinensischer Minderheit wird?

Uri Ariel: Ich denke, man muss zunächst einmal die Zone C annektieren, d.h. ca. 50 % von Judäa und Samaria. Das ist das Jordantal, die Region um Gusch Etzion, südlich von Jerusalem, den Ariel-Block bei Tel Aviv usw. Dort leben 400.000 Juden und nur 40.000 Araber. Ein demographisches Problem wird es also nicht geben. Dann gehen wir nach und nach weiter.