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Die ausgefallenen Parteien

Länder: Großbritannien

Tags: Großbritannien, Unterhauswahlen

Wenn es an die Urnen geht, stehen natürlich immer die etablierten Kandidaten zur Wahl. Und dann gibt es auch noch die anderen: Wir stellen Ihnen die Official Monster Raving Loony Party vor, Captain Beany und die Reality Party.

Official Monster Raving Loony Party :

"Don't be gloomy, vote Loony!" (Seid nicht traurig, wählt Loony!), so lautet der Wahlspruch der Official Monster Raving Loony Party. Sie ist ein alt bekannter Störenfried in der britischen Politiklandschaft. Dieses Jahr hat die Monster Party 16 "verrückte" Kandidaten in den Wahlkampf geschickt. Diese brüsten sich etwa damit, dass manche ihrer Vorschläge über die Jahre hinweg angenommen wurden. So etwa die Einführung eines Reisepasses für Hunde, oder Pubs, die 24 Stunden lang geöffnet sind.

Ihr Parteiprogramm nennt die Monster Party "manicfesto", absichtlich falsch geschrieben, als Anspielung auf das englische Wort "manic" (zu Deutsch verrückt). Dieses sieht zum Beispiel vor, Klimaanlagen im Freien anzubringen, um gegen die globale Erwärmung zu kämpfen, Airbags an der Börse zu installieren, um den nächsten Crash abzufangen, oder eine Reduzierung der Staatsschulden, indem Großbritannien seine Schlösser an Frankreich verkauft.

 

Die zehn besten Porgrammpunkte der Partei (in englischer Sprache):

 

"Wir versprechen all jene Sachen zu machen, von denen die anderen Parteien sagen, dass sie sie machen und dann doch nicht tun", so der Parteivorsitzende Alan Hope. Für seine 72 Jahre ist Alan Hope noch ziemlich rüstig. Er kandidiert im selben Londoner Wahlkreis wie Boris Johnson, der Bürgermeister der Stadt. Hope verspricht, dass die "Unterhauswahlen äußerst amüsant werden". Ob sich das bewahrheitet, wird sich zeigen.

 

 

Captain Beany

 

Nur ein Brite kann sich einen solchen Namen aussuchen. Dieser kommt von den "baked beans", weißen Bohnen in Tomatensoße, einem absoluten Muss bei einem echten englischen Frühstück. Seit 25 Jahren präsentiert sich Captain Beany, der eigentlich Barry Kirk heißt, in einem Superheldenkostüm bei den britischen Wahlen, bisher ohne Erfolg. Und dabei will er nicht nur Großbritannien retten, sondern gleich die ganze Welt.

 

 

Barry Kirk ist Kandidat im Süden von Wales, in der ehemaligen Hochburg der Stahlindustrie Averton. Dort tritt er gegen Stephen Kinnock, Sohn des Vorsitzenden der Labour-Party der 1980er und Ehemann der dänischen Premierministerin Helle Thorning-Schmidt an.

Capitaine Beany hofft, dass sein neuer Look es ihm dieses Mal ermöglichen wird, auch neue Wähler zu finden. Er hat sein orange-rosa-farbenes Cape gegen einen eleganten Anzug derselben Farbe getauscht, um etwas glaubwürdiger zu erscheinen. "Könnt ihr euch einen orange gekleideten Mann auf den Stühlen des Parlaments vorstellen? Das wäre genial!", verkündete er. Also wir würden das gerne sehen…

 

Kapitän Barry singt - schließlich ist er ein Mann mit vielen Talenten:

 

 

The reality Party

 

Und dann gibt es noch die Reality Party. Um Westminster ordentlich auf den Kopf zu stellen, sollte man am besten berühmt sein. Mark Berry, alias Bez, ist der Gründer der "Partei der Wirklichkeit". Er ist Tänzer, Schlagzeuger und Mitglied in der Alternative-Rock-Band Happy Mondays. Er kämpft gegen den Sparzwang und das Fracking, mit dem Gas aus dem Erdreich gelöst wird:

 

"Rasselt um die Wette, wenn ihr gegen das Fracking seid", ein Slogans von Mark Berry. Das Parteiprogramm der Reality Party sieht außerdem vor, die Wasserversorgung und die Straßennetze wieder zu verstaatlichen und die sozialen Netzwerke zu nutzen, um möglichst viele Menschen an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Mark Berry ist Kandidat in einem Wahlbezirk in Manchester, im Nordwesten Englands.

 

Bez im Fernsehen auf BBC :

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016