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Ukip-Chefin Diane James tritt zurück

Länder: Großbritannien

Tags: UKIP, Farage

Nach nur 18 Tagen im Amt ist die Vorsitzende der rechtspopulistischen Ukip-Partei in Großbritannien, Diane James, als Parteichefin zurückgetreten. Die Nachfolgerin von Partei-Ikone und Brexit-Verfechter Nigel Farage führte "persönliche und berufliche Gründe" für ihren Entschluss an. Sie habe einsehen müssen, dass ihr die "nötige Autorität" und "volle Unterstützung" aller Parteikollegen fehle, um die von ihr angestrebten Veränderungen umzusetzen, teilte James mit. Auf diesen Zielen habe aber ihr Wahlkampf gefußt. 
 

Nachdem der wortgewannte Nigel Farage nach dem Brexit-Votum seinen Rücktritt erklärt hatte, entschieden sich die 40.000 Parteimitglieder der Anti-Einwanderungs- und rechtspopulistischen Partei UKIP am 16. September für Diane James als Nachfolgerin. Wer nun die Nachfolge antreten wird, ist ungewiss. Die Person wird es allerdings schwer haben, da sich die Partei neu erfinden muss

 
Wer ist Diane James?

 

Klicken Sie sich durch ihren interaktiven Personalausweis.

 

 

Partei-Zank innerhalb der UKIP

Wer nun Diane James' Nachfolge antreten wird, ist unklar. Schon die erste Wahl war eine schwere Geburt, denn nach dem Ja beim Brexit-Votum und dem Rücktritt von UKIP-Chef Nigel Farage ist die euroskeptische Partei ins Chaos gestützt. Steven Woolfe, der lange als Farage-Liebling und als Favorit für dessen Nachfolge galt, wurde auf dubiose Weise von der Wahl ausgeschlossen, da er seine Online-Bewerbung 17 Minuten zu spät eingereicht hatte. Den übrigen Kandidaten fehle es zudem an einem "nationalen Profil", kritisierten britische Medien. Bis zum Schluss waren sechs Kandidaten im Rennen. Die Europa-Abgeordneten Diane James, Jonathan Arnott und Bill Etheridge, die Stadträtin Lisa Duffy und UKIP-Parteigenossen Elizabeth Jones und Phillip Broughton.

 

ARTE Info hat die EU-Abgeordnete Diane James bei ihren ersten Tagen im EU-Parlament im Juni 2014 begleitet. Hier finden Sie eine Reihe Interviews und Reportagen. 

 

 

Was kommt nun auf den neuen UKIP-Chef zu? 

Die Hauptaufgabe des neuen UKIP-Chefs ist es, die Partei aus der Krise zu führen. Will heißen: die Ausrichtung der Partei überdenken und neue Wählerschichten erschließen. Die Schwierigkeit liegt laut der britischen Tageszeitung "The Guardian" darin, die "Reichweite der Partei zu vergrößern, ohne dabei die eigene Basis zu irritieren". Auch Matthew Goodwin, UKIP-Spezialist an der Universität Nottingham, warnt davor, die konservativen Stimmen innerhalb der UKIP-Wählerschaft könnten an die "Conservative Party" (Tories) von Premierministerin Theresa May abwandern. "Die Zukunft der UKIP ist mehr als ungewiss", erklärte der Forscher der AFP. Für Diane James schienen diese Aufgaben zu schwer, deshalb hat sie nun nach nur 18 Tagen im Amt ihren Rücktritt angekündigt. 

 

Haben Euroskeptiker noch eine Zukunft? 

 

Im Juni 2015 interviewte Square Diane James zu genau diesem Thema. 

 

 

Zuletzt geändert am 5. Oktober 2016