Der steinige Weg nach Europa

Länder: Griechenland

Tags: Flüchtlinge, Gefängnis, Jugendgefängnis, Minderjährige, Menschenschmuggel

Zwei kurdische Jugendliche, Alsaleh aus Kobane in Syrien und Jasim aus dem Nordirak, sitzen in einem Jugendgefängnis in Griechenland ein. Sie werden beschuldigt, Flüchtlinge ins Land geschmuggelt zu haben, während ihre Familien im Kriegsgebiet zurückgeblieben sind. Doch es waren professionelle Schlepper, die sie zu diesen Taten zwangen.

„Der steinige Weg nach Europa“ rekonstruiert Jasims und Alsalehs persönliche Geschichte und zeigt ein Phänomen auf, das in letzter Zeit alarmierend zugenommen hat: Professionelle Schlepper zwingen minderjährige Flüchtlinge dazu, Mitflüchtlinge über die türkisch-griechische Grenze und von dort weiter zu transportieren. Doch damit werden sie selbst zu Schleppern gemacht. Werden die Jugendlichen erwischt, trifft sie die ganze Härte des Gesetzes, denn nach griechischem Recht stehen auf jede ins Land geschleuste Person zehn Jahre Gefängnis.



Jasim, der irakische Junge, kam in einem Boot mit sieben Menschen. Und Alsaleh hat versucht, Griechenland in einem Lkw mit 40 Menschen zu verlassen. Würden die Richter der Anklage folgen, könnten sie also beide zu lebenslänglicher Haft verurteilt werden. Der Dokumentarfilm hinterfragt die Auswirkungen von Einwanderungsgesetzen sowie ein Rechtssystem, das in der Absicht, Menschenhandel zu bekämpfen, die Opfer anstelle der Täter bestraft – und zwar drakonisch.



Hunderte junger illegaler Einwanderer wie Jasim und Alsaleh begeben sich voller Enthusiasmus und Hoffnung auf eine Reise, die in einem fremden Land hinter Gitterstäben endet. Wer ist dafür verantwortlich? Wie kann das verhindert werden? Wie können diese Minderjährigen Schutz finden und einen fairen Prozess erhalten? Der Dokumentarfilm beobachtet Jasims und Alsalehs Leben im Gefängnis vor, während und nach dem Gerichtsprozess und zeigt erschütternde Aspekte des Menschenschmuggels auf.



Der Dokumentarfilm erhielt 2015 beim DOK Leipzig eine lobende Erwähnung und den Preis der Gewerkschaft Verdi, außerdem den Docs in Progress Award beim Internationalen Dokumentarfilm-Festival in Thessaloniki.
 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016