|

Der keynesianische Multiplikator

Länder: Europäische Union

Tags: durchgecheckt, Wachstum, keynesianischer Multiplikator, Keynes

Im Januar 2013 gestand der IWF, die fiskalischen Multiplikationsfaktoren weitgehend unterschätzt zu haben.  Doch was genau versteckt sich dahinter? 

DER KEYNESIANISCHE MULTIPLIKATOR
Der Multiplikator: Was ist das eigentlich?

Der Multiplikatoreffekt ist ein Phänomen, demzufolge höhere Staatsausgaben in einem Land zu einer überproportional hohen Steigerung der Produktion in diesem Land führen. Da John Maynard Keynes als Erster diesen Zusammenhang erkannte spricht man oft vom keynesianischen Multiplikator. 
Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass die nationale Produktion (BIP) bei Haushaltskürzungen überproportional sinkt.

 

Warum ist er so wichtig?

Nachdem der IWF im Januar 2013 eingestand, die fiskalischen Multiplikationsfaktoren weitgehend unterschätzt zu haben, standen diese im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Mit anderen Worten: Die Institution hatte die Auswirkungen der Sparpolitik auf das Wachstum der Länder (und vor allem der europäischen Staaten) unterschätzt. Dieses Mea culpa sorgte in der internationalen Presse für Furore, da der IWF schließlich Mitglied der Troika ist (siehe: was ist eigentlich die Troika? – LINK). Der Wert dieses Faktors hängt von mehreren Größen ab. Ist der Faktor (vor allem in Krisenzeiten) hoch, dann senkt eine Sparpolitik Defizite und die Staatsschulden nicht, da sie zu einer weiteren Verlangsamung der Wirtschaftsaktivitäten führt. Dies hat wiederum eine Rückgang der Staatseinnahmen (= der gesetzlichen Abgaben) zur Folge und am Ende droht ein doppeltes Übel: Rezession UND Haushaltsdefizite. In den letzten zwei Jahren ist in mehreren europäischen Krisenländern genau das passiert.

 

Mehr Informationen zu dem Thema:

- Den keynesianischen Multiplikator verstehen
- Keynes für Anfänger: – Ein Crashkurs
- Ist Austerität der richtige Weg?

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016