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Der Friedensnobelpreis geht an das "Quartett für den nationalen Dialog" in Tunesien

Länder: Norwegen

Tags: Nobelpreis, Friedensnobelpreis

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Vergangenes Jahr ging der Nobelpreis an die Kinderrechtler Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi. ARTE Info hatte mit Satyarthi über seine Arbeit gesprochen.

In diesem Jahr wird das "Quartett für den nationalen Dialog" in Tunesien mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Der Preis werde für die Bemühungen um eine pluralistische Demokratie in dem nordafrikanischen Land im Zuge des Arabischen Frühlings vergeben, hieß es in der Begründung des Nobelkomitees.

 

 

Das Quartett, das sich aus der Gewerkschaft UGTT, dem Verband von Industrie, Handel und Handwerk (UTICA), der Liga für Menschenrechte (LTDH) und dem Nationalen Anwaltsverein zusammensetzt, habe einen "alternativen friedlichen Prozess" angestoßen, "zu einer Zeit als das Land am Rande eines Bürgerkriegs stand", hieß es. Das Nobelkomitee hoffe, dass der Nobelpreis Tunesiens Weg zur Demokratie sichern werde. Das komplette Interview mit Kaci Kullmann Five und Olav Njølstad vom Norwegischen Komitee finden Sie hier (auf Englisch): 

 

 

Merkel, Snowden und Mukwege

Für ihren Einsatz in der derzeitigen Flüchtlingskrise standen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, der in der Schweiz lebende eritreische Priester Mussie Zerai, das Flüchtlingshilfswerk UNHCR oder Papst Franziskus auf der Liste der potentiellen Nobelkandidaten. Auch US-Außenminister John Kerry, der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege, US-Whistleblower Edward Snowden und Flemming Rose, der als Kulturredakteur der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" vor zehn Jahren die Mohammed-Karikaturen veröffentlichte, wurden hoch gehandelt. 

205 

Personen und 68 Organisationen 

 

wurden laut dem norwegischen Nobelkomitee für den Preis vorgeschlagen. ARTE Info listet die Preisträger der vergangenen Jahre auf: 

 

 

  • 2014: Die junge pakistanische Vorkämpferin für Kinderrechte, Malala Yousafzai, teilt sich die Auszeichnung mit dem Inder Kailash Satyarthi, der seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit kämpft.

  • 2013: Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen - für den Einsatz gegen die weltweit geächteten Massenvernichtungswaffen.

  • 2012: Die Europäische Union - für ihren 60 Jahre währenden Beitrag für Frieden, Demokratie und Menschenrechte in Europa.

  • 2011: Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee aus Liberia sowie Tawakkul Karman aus Jemen - für den gewaltfreien Kampf zur Stärkung der Rechte von Frauen.

  • 2010: Der Menschenrechtler Liu Xiaobo aus China - wegen seines langen und gewaltfreien Kampfes für die Menschenrechte in seiner Heimat.

  • 2009: US-Präsident Barack Obama - für seinen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Kooperation zwischen den Völkern.

  • 2008: Finnlands Ex-Präsident Martti Ahtisaari - für seine Vermittlung in Kriegen und Konflikten.

  • 2007: Der Ex-US-Vizepräsident Al Gore und der UN-Klimarat - für ihren Beitrag zur Mobilisierung gegen eine drohende Klimakatastrophe.

  • 2006: Der Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus aus Bangladesch und die von ihm gegründete Grameen Bank - für die Idee, Kleinstkredite an Arme zu vergeben.

  • 2005: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und ihr Chef Mohammed el Baradei - für ihren Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen.

  • 2004: Die Umweltaktivistin Wangari Maathai aus Kenia - für ihr Engagement für eine nachhaltige Umweltentwicklung sowie Demokratie und Frieden.

 

Die 26. Organisation, die ausgezeichnet wird 

Mit dem Preis werden jährlich bis zu drei Einzelpersonen oder Organisationen ausgezeichnet, seit 1960 wird auch der Einsatz für Menschenrechte und seit 2004 der Einsatz für die Umwelt geehrt. Das "Quartett für den nationalen Dialog" ist die 26. Organisation, die den Preis erhält. ARTE Info hat für Sie einige Zahlen und Fakten über den Preis zusammengetragen: