|

Das Bild, das Europa schockiert

Länder: Türkei

Tags: Flüchtlingskrise

Das Bild wurde von praktisch allen großen europäischen Zeitungen aufgegriffen. Es zeigt die Leiche eines kleinen Jungen in rotem T-Shirt und blauen Shorts, die an einen türkischen Strand gespült wurde. Das Bild schockiert und löst tiefe Betroffenheit aus.

Auf einem anderen Bild sieht man den toten Jungen in den Armen eines türkischen Polizisten. Aylan wurde drei Jahre alt. Er und seine Familie wollten von Syrien ans türkische Festland flüchten.

Beim Versuch, nach Griechenland zu gelangen, haben in der Nacht auf Dienstag mehrere Boote Schiffbruch erlitten. Die Küstenwache wurde von den Schreien der Schiffbrüchigen. Trotz der schnellen Reaktion der Rettungsboote kam für zwölf Menschen jede Hilfe zu spät.

 

Somebody's child, titelt die englische Zeitung The Independent.

 

The Independant

Die Bilder gehen um die Welt und werden von allen großen Zeitungen aufgegriffen, vom Guardian in London, über die Republica in Rom, El Pais in Spanien bis nach Kanada. Im sozialen Netzwerk Twitter gehört er Hashtag #KiyiyaVuranlnsanlik (Türkisch für "die ertrunkene Menschheit") zu den meistbenutzten Hashtags. Der Direktor für Notsituationen der NGO Human Rights Watch, Peter Bouckaert, ist einer der ersten, der das Bild des Jungen auf Twitter teilt:

 

In Frankreich kündigte der Journalist Bernard-Henri Lévy an, dass das Bild "diejenigen, die uns regieren", aufrütteln werde. Das Bild des Aylan könnte zu einem Symbol der Flüchtlingskrise werden, ähnlich dem Schnappschuss von Nich Ut während des Vietnamkrieges. So bestürzend das Bild des toten Kindes ist, so tief dürfte es in das Bewusstsein unserer Gesellschaft eindringen.

Sogar die konservative Zeitung Daily Mail näherte sich dem Thema an und veröffentlichte Bilder, die den kleinen Aylan in glücklichen Tagen mit seiner Familie zeigen.

 

Daily Mail

 

Wie Zeichner und Künstler auf das schockierende Bild reagieren

Ob Zeichner, Journalisten oder Akademiker: Alle drücken sie ihre Anteilnahme über Twitter aus. Einige Eindrücke:

 

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016