Das ARTE-Programm zur 64. Berlinale

Länder: Frankreich, Deutschland

Tags: Berlinale, ARTE

Fast zwei Wochen lang wird ARTE auf den Spuren der Bären wandern, um mit Ihnen die großen Momente der Internationalen Filmfestspiele zu teilen.

Am Vorabend der 64. Berlinale startet ARTE seinen Programmschwerpunkt mit einem dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi gewidmeten Abend. Zur Hauptsendezeit läuft der Goldene Bär von 2011, das Ehedrama "Nader und Simin – Eine Trennung". Gefolgt von einer Dokumentation über den Regisseur und, in deutscher Erstausstrahlung, seinem Film "Feuerzauber", der zeigt, dass Farhadi seit eh und je ein Meister der Wortgefechte ist, zumal zwischen Ehepaaren.

 

 Mit "Am Himmel der Tag" von Pola Beck, ihrem vielfach ausgezeichneten Debüt, ist das neue deutsche Kino vertreten. Ebenfalls in deutscher Erstausstrahlung: "Womb", das Science-Fiction-Drama von Benedek Fliegauf mit Eva Green. Und dann zeigt ARTE noch einmal "Yella" von Christian Petzold mit Nina Hoss, die 2007 den Silbernen Bären bekam. Alle drei Filme sind ARTE-Koproduktionen.
 Polanski macht derzeit wieder von sich reden, dieses Mal mit einem neuen Meisterwerk "Venus im Pelz". ARTE zeigt noch einmal "Frantic" mit Emmanuelle Seigner und eine Dokumentation über den Altmeister.

 

Stephen Frears ist mit seinem "Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten" Gast auf der Berlinale gewesen, und jetzt bei ARTE. Wie auch George Clooney mit seinen "Geständnissen" ("Confessions of a Dangerous Mind"). Die Französin Céline Sciamma wurde 2011 mit dem Teddy-Award für "Tomboy" ausgezeichnet, einem Film über ein Mädchen, das ein Junge sein will, eine ARTE-Koproduktion. Im Wettbewerb der Berlinale im selben Jahr lief „Eine rätselhafte Welt“ des Argentiniers Rodrigo Moreno.

 

Das Stummfilm-Event der 64. Berlinale ist die Live-Aufführung von "Das Cabinet des Dr. Caligari" mit einer neuen Musik von John Zorn. Der restaurierte Film von Robert Wiene aus dem Jahr 1920 gilt als das Schlüsselwerk des Expressionismus. Sein Thema ist das Lebensgefühl der 20er Jahre zwischen Krisenstimmung und Hedonismus, zwischen unbedingter Individualität und dem Aufgehen des Einzelnen in der Masse - der Philosoph Siegfried Kracauer interpretierte den Film später als unbewusste Vorwegnahme des Nationalsozialismus. Filmkritiker Rüdiger Suchsland lässt in seiner Dokumentation "Der Caligari-Komplex" den Film und seine Rezeption wieder auferstehen.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016