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Chronologie zum Streit um das iranische Atomprogramm

Länder: Iran

Tags: Atomenergie, abkommen

Seit über 10 Jahren versuchen der Westen und Teheran nun bereits, eine Einigung über das international umstrittene Atomprogramm zu erzielen. Wir haben ein paar wesentliche Etappen und Daten zusammengetragen.

2002-2004

Geheime Atomanlagen

Nachdem in Presseberichten im August 2002 erstmals Gerüchte über geheime Atomanlagen des Iran in Natanz und Arak auftauchen, akzeptiert Teheran eine Inspektion durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO). Die UN-Beamten entdecken Spuren angereicherten Urans. Nach Verhandlungen erklärt sich der Iran am 7. November 2004 in einem Vertrag dazu bereit, seine Aktivitäten in diesem Bereich einzustellen.

 

      

2005-2008

Anreicherung auf 3,5 Prozent und Sanktionen

Im August 2005 kündigt der konservative Präsident Mahmud Ahmadschineschad die Wiederaufnahme der Urananreicherung an. Die Europäer setzen daraufhin die Verhandlungen mit Teheran aus. Der UN-Sicherheitsrat wird mit dem Thema befasst. In der Folge verkündet der Iran, dass es ihm erstmals gelungen sei, Uran auf 3,5 Prozent anzureichern. Gleichzeitig bestätigt Teheran den Bau eines Schwerwasserreaktors in Arak. Im Dezember 2006 verhängt die UNO daraufhin erstmals Strafen gegen den Iran, die USA und Europa schließen sich den Sanktionen an.

 

       

2009-2012

Anreicherung auf 20 Prozent und europäisches Embargo

Im Jahr 2009 reicht der neugewählte US-Präsident Obama dem Iran die Hand. Er will Entspannung in die jahrzehntelang konfliktgeladenen Beziehungen bringen. Doch schon im April gibt es neue Probleme: Teheran weiht in Isfahan eine Anlage zur Urananreicherung ein. Im September zieht die iranische Fühurng erneut den Zorn des Westens auf sich: diesmal wird in Fordo eine zweite Anlage in Betrieb genommen. Im Februar 2010 beginnt das Regime dann in Natanz mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent. Die IAEO veröffentlicht einen Bericht, in dem auf die Gefahr aufmerksam gemacht wird, der Iran könnte atomwaffenfähiges Material herstellen. Die EU friert daraufhin Gelder der Iranischen Nationalbank ein und verhängt ein Öl-Embargo. Im April 2010 werden die "5+1-Gespräche" nach 15 monatiger Pause wieder aufgenommen.

 

      

2013

Neuer Anlauf und Interimsabkommen

Der im Juni gewählte Präsident Hassan Rohani, ein ehemaliger Unterhändler im Atomstreit, bekommt vom religiösen Oberhaupt Ali Chamenei die Erlaubnis, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Washington und Teheran treffen sich zunächst zu geheimen, bilateralen Gesprächen in Oman. Im September telefonieren Rohani und Obama – es ist das erste direkte Gespräch eines iranischen und US-Präsidenten seit 1979. Die folgenden Verhandlungen gipfeln in einem befristeten Vertrag, der im November in Genf unterzeichnet wird: der Iran fährt sein Atomprogramm sechs Monate lang herunter. Im Gegenzug lockert der Westen teilweise die Sanktionen.

 

       

2014

Neue Verhandlungen – ohne Ergebnis

Ab dem 18. Februar sitzen sich Vertreter beider Seiten erneut am Verhandlungstisch gegenüber. Doch die Gespräche verlaufen schleppend, werden vorübergehend ausgesetzt, werden wieder aufgenommen.

 

 

2015

Endlich eine Einigung

Seit Januar wird erneut in der Schweiz verhandelt. Anfang April haben sich Vertreter der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands letztendlich mit Teheran auf ein Rahmenabkommen geeinigt.

Das Rahmenabkommen ...

... war der erste Durchbruch bei den zähen Verhandlungen zwischen den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland und dem Iran.

Am 14. Juli steht dann der schlussendlich Vertrag zwischen den UN-Vetomächten, Deutschland und dem Iran. Der Iran engagiert sich, Nuklearenergie nur zu zivilen Zwecken zu nutzen, nicht aber militärisch. Im Gegenzug sollen Wirtschaftssanktionen des Westens schrittweise aufgehoben werden. 

Am 18. Oktober billigt nach dem Parlament auch der iranische Wächterrat das Atomabkommen

 

2016

Aufhebung der Sanktionen

Am 16. Januar kündigen die USA und die EU die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran an. Das Land hat alle Bedingungen des Atomabkommens erfüllt. 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016