|

Cholera-Epidemie erschüttert den Jemen

Länder: Jemen

Tags: Jemen, Bürgerkrieg, épidémie, choléra

Steigende Armut und eine kaum vorhandene Gesundheitsversorgung: Seit dem Ausbruch der Cholera-Epidemie im Jemen Ende April sind laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 1.500 Menschen im Jemen gestorben. Täglich werden 5.000 neue Cholera-Verdachtsfälle verzeichnet. Begünstigt hat den Ausbruch der Epidemie der Bürgerkrieg - und das Einschreiten einer internationalen Koalition.

Une épidémie de choléra au Yémen
Cholera-Epidemie erschüttert den Jemen Seit Ausbruch der Cholera-Epidemie im Jemen sind bereits 18 der 22 Bezirke betroffen. Cholera-Epidemie erschüttert den Jemen

 Musik: Benjamin Kaniewski, "Bomb Attack"

Seit dem 27. April sind im Jemen 246.000 Cholera-Verdachtsfälle registriert worden. Rund 1.500 Menschen sind der Krankheit zum Opfer gefallen.

Quelle: WHO - 01/07/2017

Ausbreitung der Epidemie

Die WHO geht nicht davon aus, dass der Kampf gegen die Epidemie schnell gewonnen werden kann. Die Behandlung wird erschwert durch den Krieg sowie durch die zerstörte Infrastruktur. 14,5 Millionen Bewohner hätten keinen Zugang mehr zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, so die WHO. Nur noch die Hälfte der Krankenhäuser sei funktionsfähig. Gegenüber März 2015 erreicht gerade noch ein Drittel der medizinischen Versorgung aus dem Ausland das Land. Nur die wenigsten können sich die Fahrt in die Hauptstadt Sanaa leisten, um sich in den dortigen Krankenhäusern behandeln zu lassen.

 

Was ist Cholera?

Cholerabakterien gelangen über fäkalverunreinigtes Trinkwasser in den Menschen. Die Bakterien rufen starken Brechdurchfall hervor. Die meisten Patienten sterben an Dehydratation und ihren Folgen. Die Krankheit ist besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensbedrohlich.

 

Begünstigung der Krankheit

Jemen: Bürgerkrieg und humanitäre Krise

In unserem Dossier finden Sie Artikel, Interviews und Analysen zu der politischen und humanitären Lage im Land.

Der Ausbruch der Epidemie wurde vom Bürgerkrieg begünstigt, der seit 2014 im Jemen wütet und bei dem laut UN-Schätzungen mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Damals stürmten schiitische Huthi-Rebellen Sanaa und vertrieben die international anerkannte Regierung des Landes.

Eine von Saudi-Arabien angeführte und von den USA unterstützte sunnitische Koalition begann daraufhin damit, Luftangriffe auf Stellungen der Huthis zu fliegen. Doch die angeblich vom Iran unterstützten Rebellen kontrollieren weiter die Hauptstadt und viele Teile des Nordens. Friedensverhandlungen sind mehrfach gescheitert.

Zuletzt geändert am 3. Juli 2017