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Chemiewaffen: Eine Bibliographie

Länder: Welt

Tags: Bibliographie, Chemiewaffen

Auf Englisch:

 

1. "State Secrets: An Insider's Chronicle of the Russian Chemical Weapons Program" von Vil Mirzayanov, einem russischen Chemiker, der 1993 verhaftet und inhaftiert  wurde, nachdem er von der russischen Regierung durchgeführte illegale chemische Experimente publik machte. Nach einer Kampagne von US-Wissenschaftlern zu seinen Gunsten lebt er heute in den Vereinigten Staaten.

2. "War of Nerves: Chemical Warfare from World War I to Al-Qaeda" von Jonathan Tucker, einer der weltweit führenden Spezialisten für chemische und biologische Waffen und ein starker Befürworter der Abrüstung. Er starb 2011 und hinterließ dieses Nachschlagewerk. 

 

3. "Genealogy of the Chemical Weapons Taboo" von Richard M. Price, der von dem strategischen und moralischen Kurswechsel betreffend chemischer Waffen erzählt.

 

4. "The Trench": der aktuelle Nachrichtenblog von Jean-Pascal Zanders, einem unabhängigen Experten für chemische Waffen. 

 

Auf Französisch:

 

1. "La grande guerre chimique (1914-1918)" von Olivier Lepick, Historiker bei der französischen Stiftung „Fondation pour la recherche stratégique“, der in unserem Dokumentarfilm als Frankreich-Spezialist auftritt. Er hat vor kurzem einen Artikel  (auf französisch) über die Ereignisse in Syrien geschrieben: "Requiem pour l’arme chimique".

 

2. "Fritz Haber" ein französischer Comic von David Vandermeulen, über das ereignisreiche Leben des Mannes, der als der Erfinder des chemischen Gases gilt. Nach dem Ersten Weltkrieg erklärt Haber, immer noch überzeugt von der deutschen Übermacht: „Die militärische Führung hat eingeräumt, dass  Deutschland den Krieg gewonnen hätte, wenn man meinem Rat gefolgt wäre und statt in Ypern eine nutzlose Erfahrung zu machen, einen groß angelegten Angriff vorbereitet hätte.“ Der deutsche Ausnahmewissenschaftler und Nobelpreisträger des Jahres 1918 hat einerseits diese monströsen und Tod bringenden Giftgase erfunden, aber andererseits auch Düngemittel, die es erlaubt haben, landwirtschaftliche Krisen zu überwinden und Tausende zu ernähren. Haber, der jüdischer Abstammung war, stirbt 1933 im Exil. Ein paar Jahre später wird ein großer Teil seiner Familie ausgelöscht, vergast in den Konzentrationslager mit dem Gift Zyklon B, zu dessen Entwicklung er mit seiner Arbeit beigetragen hat.

Eine Biographie von Fritz Haber auf deutsch finden Sie hier. 

 

Auf Deutsch:

 

1. "Als mein Kind geboren wurde, war ich sehr traurig: Spätfolgen des Chemiewaffen-Einsatzes im Vietnamkrieg", herausgegeben von Peter Jaeggi: 25 Jahre nach dem die letzten US-Soldaten am 30.04.1975 Vietnam verließen, fordert der Krieg immer noch Opfer. Die jüngsten unter Ihnen sind erst einige wenige Tage alt. Sie haben schlimme Krankheiten und zum Teil schreckliche Mißbildungen. Das Gift, das die amerikanische Armee über dem Dschungel und den Reisfeldern Vietnams versprühen ließ, ruft auch jetzt noch Leid und Elend hervor. Betroffen sind die Kinder und Enkel der Menschen, über deren Körper sich Giftregen aus chemischen Waffen ausbreitete.

 

2. "Chemische Kampfstoffe", Jochen Gartz: Chemische Kampfstoffe gehören schon seit 3000 Jahren zur Kriegsführung, aber erst durch die Ergebnisse deutscher Chemie mutierten sie - im Ersten Weltkrieg - zu einem effektiven Kampfmittel. Sie wurden und werden von den meisten Staaten geächtet, werden aber durch ihre leichte Herstellung eine Bedrohung bleiben. Diese umfassende Darstellung führt von der Antike über die Weltkriege, die Vernichtung kurdischer Dörfer im Irak, terroristische Nutzung in Japan, Anthrax- und Rizin-Paranoia und das Golfkriegssyndrom in den Vereinigten Staaten bis in die unmittelbare Gegenwart.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016