Umsturz und Stabilisierung in Burkina Faso

25. Mai 2016

Nach den friedlich durchgeführten Präsidentschaftswahlen war Burkina Faso auf dem Weg der politischen und gesellschaftlichen Konsolidierung. Dann wurde das Land am 15. Januar 2016 von mehreren dschihadistischen Terrorattacken erschüttert, die 30 Menschen das Leben kosteten. 

 

Am 29. November 2015 wurde der Oppositionspolitiker und ehemalige Premierminister Marc Christian Kaboré neuer Präsident Burkina Fasos. Der 58-Jährige war zuvor Präsident der sozialdemokratischen Volksbewegung für Fortschritt (MPP), die sich im vergangenen Jahr aus Protest gegen die geplante Verfassungsänderung von Compaorés Regierung abgesetzt hatte. Der Urnengang verlief mehrheitlich friedlich und die Wahlkommission meldete keine größeren Verstöße. 

 

Die Wahlen fanden in einem angespannten Klima statt. Nur drei Monate zuvor wurde ein Militärputsch vereitelt und ein Jahr zuvor wurde der langjährige Herrscher Blaise Compaoré gestürzt. Compaoré strebte im Oktober 2014 eine umstrittene Verfassungsänderung an, um seine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt zu ermöglichen. Die Opposition und zahlreiche Bürgerkomitees stellten sich dem entgegen. Angeführt von einer beispielhaften Bürgerbewegung, fand der Protest der mehrheitlich jugendlichen Demonstranten anfänglich in einem fröhlichen Rahmen statt, um später in gewalttätige Massenproteste auszuarten.

 

In unserem Dossier finden Sie Reportagen, Interviews und Analysen zu den Präsidentschaftswahlen, dem vereitelten Staatsstreich sowie den Demonstrationen von 2014, die zu dem Sturz von Blaise Compaoré geführt hatten. 

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