|

Bulgarien – Todesrakia

Länder: Bulgarien

Tags: isme, rakia, Alkohol

Der Obstbrand - eine wahre Institution im Balkan - wird häufig gepanscht und hat während der Weihnachtsfeiertage mehrere Menschen das Leben gekostet. 

 

In Jakoruda, einer Stadt mit 5000 Einwohnern im Südwesten Bulgariens, endeten die Weihnachtsfeiertage in einem Drama. Laut Courrier International fielen am 27. Dezember fünf Menschen tot um, nachdem sie auf das Festmahl selbstgebrannten Rakia getrunken hatten. Rakia, der in vielen Balkanländern als Nationalgetränk gilt, ist ein hochprozentiger, aus vergorenen Früchten – in Bulgarien vor allem Pflaumen oder Weintrauben - gewonnener Obstbrand. Die Bulgaren, wie auch ihre Nachbarländer, lieben ihn.

 

Allerdings wird das in ländlichen Regionen nach alter Tradition – häufig in inoffiziellen Brennereien - hergestellte Getränk regelmäßig gepanscht. Nach Angaben eines Labor in Sofia zufolge sollen die Todesopfer aus Jakoruda mit Farbstoff und Duftstoffen versetztes Methanol zu sich genommen haben. Auch die Ärzte stellten bei den Betroffenen die typischen Symptome einer Methanolvergiftung fest.

 

Drei bis fünfzehn Jahre Haft

 

Der von den bulgarischen Medien so genannte „Todesrakia“ wurde von einem örtlichen Geschäftsmann für einen Literpreis von 2,5 Euro verkauft. Der Mann konnte schnell von der Polizei identifiziert und gefasst werden. Vor Gericht stritt er jede Verantwortung ab. Ihm drohen drei bis 15 Jahre Haft. Die bulgarische Regierung hatte bereits mehrere Vorstöße zur Regulierung der Schnapsproduktion unternommen, erstens, um sie besteuern zu können – und natürlich um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Bislang vergeblich.

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016