Bulgarien: Kein Land für Flüchtlinge

Länder: Bulgarien, Syrien

Tags: Flüchtlinge, Armut

Seit dem Bürgerkrieg in Syrien kommen viele Syrer über die Türkei nach Bulgarien, in der Hoffnung, dass sie dort in der EU gut aufgehoben sind. Das Gegenteil aber scheint der Fall zu sein: der bulgarische Staat zeigt sich überfordert, die Flüchtlinge gut unterzubringen und rechtsextreme Gruppen hetzen massiv gegen die für sie unerwünschten Ausländer.

Samstag, 29. März

17:05

ARTE Reportage

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Zehntausend Syrer flohen allein im letzten Sommer nach Bulgarien – seit Anfang des Jahres lässt die bulgarische Regierung einen Zaun an der Grenze zur Türkei errichten, um neue Flüchtlinge von vorneherein abzuwehren. In Sofia leben zurzeit tausend Syrer in einer ehemaligen Schule, vor allem syrische Kurden, die zwischen die Fronten in ihrer Heimat geraten sind. Im Lager teilen sich hundert Menschen eine Toilette, sie erhalten einen Euro pro Tag für Lebensmittel und Kleidung – das reicht auch in Bulgarien nicht zum Überleben.

 

Seit Jahren schon hetzen Rechtsextreme gegen die türkische Minderheit im Land, gegen Homosexuelle  und die Roma – jetzt haben sie die Syrer im Visier: Bojan Rassate, der Vorsitzende der „Union der Bulgaren –Nationale Einheit“ will verhindern, dass Bulgarien wie er sagt, „eine multikulturelle Kloake wird wie die westlichen Länder“. Seine Schläger und die anderer Gruppen greifen die Flüchtlinge an, wenn sie ihrer habhaft werden. Die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat nach Bulgarien geflohen sind, sie haben vor allem Angst und viele wollen so schnell wie möglich weg.   

 

Von Thomas Wedmann, Benjamin Zecher und Alexander Costea – ARTE GEIE – Deutschland 2014