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#BringBackOurGirls

Länder: Nigeria

Tags: Boko Haram, #BringBackOurGirls

"Rendez nous nos filles" - Bringt unsere Mädchen zurück". So schallte es über den Platz der Menschenrechte, am Trocadero in Paris. Viele Demonstrantinnen, darunter Carla Bruni-Sarkozy und viele Künstlerinnen nutzten ihre Prominenz, um gegen die Entführung von 220 nigerianischen Mädchen zu protestieren. International nimmt die Unterstützung der 15- bis 18-jährigen Schülerinnen zu, die vor vier Wochen von der Terrorgruppe Boko Haram verschleppt worden waren. Die Islamisten haben seit 2009 Tausende getötet, allein in diesem Jahr 2.000 Menschen.

„Bring back our girls“ - „Bringt unsere Mädchen zurück“: Dafür gehen Frauen nicht nur in Frankreich und Nigeria auf die Straße. Der Aufruf geht nun um die ganze Welt. Er wird über die sozialen Netzwerke verbreitet – von Prominenten wie Angelina Jolie, Anne Hathaway oder der pakistanischen Kinderrechtlerin Malala. Der Hashtag #bringbackourgirls wurde bereits millionenfach genutzt.

 

Die weltweite Bewegung soll nun helfen, auf das schreckliche Schicksal der Schülerinnen aufmerksam zu machen. Hier ein Video der auf Twitter und Instagram veröffentlichten #bringbackourgirls-Fotos:

 

 

Auch Amerikas First Lady nimmt am Protest teil. Auf Twitter veröffentlichte sie ein Foto von sich, auf dem sie die kraftvolle Botschaft in die Kamera hält. Bei einer Muttertagsansprache aus dem Weißen Haus erklärte sie zudem: "Diese gewissenlose Tat wurde von einer Terrorgruppe begangen, die entschlossen ist, diesen Mädchen eine Schulbildung zu verwehren. Barack und ich sehen in diesen Mädchen unsere eigenen Töchter. Wir sehen ihre Hoffnungen, ihre Träume und wir können uns die Qualen vorstellen, die ihre Eltern derzeit durchmachen."

 

Bis Montag fehlte von den Entführten jede Spur. Bis ein Video auftauchte, das 130 der von der Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria entführten Mädchen zeigt. Die Christinnen sind schwarz verhüllt und preisen Allah. Mit der Übersendung des Videos bietet Boko Haram vier Wochen nach dem Überfall auf die Schule der Mädchen der nigerianischen Regierung einen Gefangenenaustausch an. Doch Innenminister Abba Moro hat das bereits abgelehnt.

 

Indessen haben die USA Aufklärungsflugzeuge in den Nordosten Nigerias entsandt. Frankreich organsisert ein Konferenz, die den Verschleppten helfen soll. Ihr Schicksal beleuchtet das Agieren von Boko Haram. Die Terrorgruppe hatte in den vergangenen Jahren Tausende getötet - ohne internationalen Aufschrei als Folge. Soziale Ungleichheit und massive Korruption prägen das ölreiche Nigeria, inzwischen Wirtschaftsnation Nummer 1 in Afrika. 

 

Am 14. April hatte die islamistische Terrororganisation Boko Haram 276 Mädchen aus einer christlichen Schule in Chibok im Nordosten Nigerias verschleppt. 53 gelang die Flucht. 220 befinden sich noch immer in der Gewalt der Terrorgruppe. Sie sollen verkauft, versklavt oder zwangsverheiratet werden, so die Drohung von Boko Haram.

 

Von den fast 170 Millionen Einwohnern Nigerias sind 48,8 Prozent Muslime, ebenso viele sind Christen. Fast 39 Prozent der Menschen sind Analphabeten. Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf erreicht 1.280 Euro im Jahr. Von den Ölmilliarden kommt vor allem im muslimisch geprägten Norden nichts an. Der über drei Nordprovinzen verhängte Ausnahmezustand hat Boko Haram nicht in die Schranken gewiesen. Die Armee soll zudem seit Ende März von der geplanten Entführung gewusst haben.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016