Bolivien: Das Kinder-Recht auf Arbeit

Länder: Bolivien

Tags: Kinderarbeit, Verletzung der Kindernrechte

Mit 10 haben Kinder in Bolivien seit 2 Jahren ein Recht auf Arbeit – dafür steht das Land international am Pranger.

Bolivie : le dilemme du travail des enfants

Ana Rosa ist elf und arbeitet als Händlerin auf dem Wochenmarkt der Bergarbeiterstadt Potosí in Bolivien. Ohne ihren Lohn könnte ihre Familie nicht überleben. „Ich  liebe meine Arbeit.“, sagt sie mit Stolz. Sie liebt auch ihren Präsidenten Evo Morales, weil er die Kinderarbeit mit einem neuen Gesetz legalisiert hat. Das schützt die arbeitenden Kinder gegen Übergriffe, aber es bricht auch das Völkerrecht.  Im Juni 2015 wurde Bolivien von der Generalversammlung der Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) verurteilt - weil das Land mit dem neuen Kinder-und Jugendgesetz die internationalen Konventionen gegen Kinderarbeit verletzt hat.

Die ILO will Bolivien nun dazu zwingen, das Gesetz zurückzunehmen.  Der Präsident Evo Morales aber bleibt auf Kollisionskurs. Er beruft sich auf  seine eigene Erfahrung als Kinderarbeiter und auf die Indio-Kultur, in der Kinderarbeit ein wichtiges Mittel der Sozialisation sei.  Er sagt, die Völker des Südens dürften sich den Rechtsnormen des imperialistischen Nordens nicht länger unterwerfen.  Seit zwei Jahren ist das umstrittene Gesetz nun in Kraft. Die ARTE-Reporter tauchen ein in den Alltag der Kinderarbeiter von Potosí, auf den Märkten, in den Busbahnhöfen und den Bergwerken der Stadt. Hat das Gesetz den Kindern Boliviens wirklich geholfen oder hat es nur ihre Ausbeutung legalisiert?  


Von Wilfried Huismann - ARTE GEIE – Frankreich 2016

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016