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"Beyrouth Madinati" - Libanons Podemos

Länder: Libanon

Tags: Demokratie, Müll, Naher Osten

Im Libanon herrscht politische Ungewissheit. Seit zwei Jahren gelingt es den politischen Kräften im Land nicht, sich auf einen neuen Präsidenten zu einigen. Viele Entscheidungen hängen in der Luft. In der 1,5 Millionen einwohnerstarken Hauptstadt Beirut wird zum Beispiel seit Wochen der Müll nicht mehr entsorgt. Hier gedeiht nun eine neue Bürgerbewegung namens "Beyrouth Madinati" ("Beirut, meine Stadt").

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Auch die Kollegen von "Alle Internetze" haben sich mit der Müllkrise in Beirut beschäftigt. Hier geht es zur Webdoku.

Madinati will nicht nur protestieren, sondern mit einer eigenen Liste bei den Kommunalwahlen am 8. Mai kandidieren. Sie wollen mit einem überzeugenden Programm antreten, die Korruption bekämpfen und die Politik demokratisieren. Die Bewegung setzt sich aus Experten für Städteplanung, Umwelt und Architektur zusammen und zielt darauf ab, die alltäglichen Probleme der Beiruter effizient zu lösen, abseits von Konfessionalismus und Korruption großer Parteien."Beyrouth Madinati" steht allerdings vor einigen Herausforderungen: sie muss die Stimmen jener Wähler gewinnen, die normalerweise nicht wählen oder die dazu neigen, sich für ihren Urnengang bezahlen zu lassen. 

"Beyrouth Madinati" ist also eine Art libanesische "Podemos", die sich vor allem in Beirut großer Popularität erfreut, die sich schon bald auf das ganze Land ausdehnen könnte. Wissam Charaf hat einige der Aktivisten auf ihrer Wahlkampagne begleitet.

 

Madinati, le mouvement qui veut changer la donne au Liban

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016