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Belgiens Parteien-Dschungel

Länder: Belgien

Tags: Elections, Partis politiques

Am 25. Mai treten die Belgier vor die Urnen und schlagen gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Sie bestimmen ihre Vertreter für Europa, aber auch für ihr nationales und ihre regionalen Parlamente. Bei 18 verschiedenen Parteien haben sie sprichwörtlich die Qual der Wahl. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Parteien vor.

Die politische Zukunft des Landes hängt zum großen Teil vom Wahlergebnis der vier einflussreichsten Politiker und ihrer Parteien ab.

N-VA:   Die "Nieuw-Vlaamse Alliantie" ("Neu-Flämische Allianz") ist eine separatistische Partei, die die Unabhängigkeit Flanderns von Belgien anstrebt. Sie ist 2001 aus der "Volksunie" entstanden. Diese trennte sich in einen sozial-liberalen Flügel, der sich zur "Sociaal-liberale Partij" entwickelt hat, und einen eher national-konservativen Flügel, die heutige N-VA. Vorsitzender ist der Bürgermeister von Antwerpen, Bart De Wever.

 

PS: Die "Parti Socialiste" ("Sozialistische Partei") ist eine Partei mit sozialdemokratischem Profil, die seit 1978 im frankophonen Landesteil Belgiens (Wallonie und Brüssel) sowie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft unter dem Namen "Sozialistische Partei" (SP) antritt. Ihr Vorsitzender ist Paul Magnette. Das bekannteste Gesicht der Partei dürfte aber wohl das von Elio Di Rupo sein. Belgiens derzeitiger Premierminister ist ein Vorkämpfer für die Einheit des Landes ; er wirft der "Neu-Flämischen Allianz" Separatismus vor und weigert sich, mit Vertretern der N-VA an einem Tisch zu sitzen.

 

MR: "Mouvement Réformateur" (MR) ("Reformbewegung") ist eine französischsprachige liberale Partei in Belgien. Die Partei steht nur in Wallonien – inklusive den 9 deutschsprachigen Gemeinden – und Brüssel zur Wahl. Ihr Vorsitzender ist Charles Michel. Ein bekanntes Mitglied der Partei ist Didier Reynders, derzeit Außenminister der belgischen Regierung. In seiner Zeit als Parteivorsitzender der MR hatte sich Reynders von den flämischen Nationalisten der N-VA distanziert, nachdem ihm einige seiner Gegner eine zu große Übereinstimmung mit dem sozial- und wirtschaftspolitischen Parteiprogramm der Nationalisten vorgeworfen hatten. Im Wahlkampf hatte Reynders erklärt, keine Regierungskoalition mit der N-VA bilden zu wollen. Dennoch bleibt die MR die Partei im französischsprachigen Teil Belgiens, die am ehesten mit den flämischen Separatisten von Bart de Wever eine Allianz bilden könnte, unter der Voraussetzung dass die N-VA ihre Forderung nach Autonomie aufgibt.      

 

CD&V: "Christen-Democratisch en Vlaams" ("Christlich-Demokratisch und Flämisch") ist eine christdemokratische Partei im belgischen Landesteil Flandern. Ihr Vorsitzender ist Wouter Beke. Als besonders einflussreich gilt Kris Peeters, der Regierungschef der Region Flandern und lange Zeit Befürworter einer Allianz mit den flämischen Separatisten der N-VA. Zuletzt hatte er jedoch den Ton ihnen gegenüber verschärft, da er befürchtete, dass die N-VA die allein Macht in der reichsten Region Belgiens an sich reißt. Sollte es nach den Wahlen dennoch zu Koalitionsverhandlungen zwischen Christdemokraten und Separatisten kommen, dürften die Gespräche mit den französischsprachigen Partnern extrem schwierig werden. Wendet sich Peeters jedoch den Sozialisten und Liberalen seiner Region zu, könnte eine Regierung auf Bundesebene schneller zustandekommen. 

 

Hier gibt es eine Übersicht über die Parteien Belgiens:

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016