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Belgien - Krieg der Erinnerungen

Vox Pop - Montag, 23. März 2015 - 2:35

Länder: Belgien

Tags: Waterloo, Münze, Euro

Zum Gedenken an die Schlacht von Waterloo vor 200 Jahren entwarf Belgien eine Zwei-Euro-Münze, die das auf dem Schlachtfeld errichtete Denkmal abbildet. Frankreich zeigte sich darüber verärgert.

 

Dass Frankreich eine stolze Nation ist, bekam Belgien unlängst zu spüren. Zum 200. Jahrestag der Niederlage Napoleons bei Waterloo plante Belgien, eine Zwei-Euro-Münze in Gedenken an die Schlacht herauszubringen. Frankreich war von der Gedenkmünze jedoch alles andere als begeistert.

Wie die britische Zeitung Daily Telegraph am 10. März 2015 berichtete, erklärte Frankreich in einem Brief an den Europarat,  dass die Münze für einen Teil der europäischen Bevölkerung ein negatives Symbol darstelle  und feindselige Reaktionen hervorrufen könne, wider den Bemühungen der europäischen Staaten, die Zusammenarbeit in der Währungsunion zu verstärken. Angesichts dieser Kontroverse zog Belgien schließlich seinen Vorschlag zurück.

 

Schadenfreude in England

Jenseits des Ärmelkanals sorgte der Streit für Belustigung. „Ich freue mich, dass die Eurozone das Scheitern Frankreichs bei dem Versuch, einen europäischen Superstaat zu erschaffen, feiern kann“, sagte  der konservative Abgeordnete der Grafschaft Worcestershire Sir Peter Luff sichtlich amüsiert dem Daily Telegraph. „Die empfindliche Reaktion der Franzosen ist enttäuschend. Sie sollten die große Bedeutung dieser historischen europäischen Schlacht für die Freiheit und Demokratie würdigen.

Im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst? Hier einige Fakten: Die Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 im heutigen Belgien brachte dem französischen Kaiser Napoleon Bonaparte die entscheidende Niederlage im Kampf gegen das europäische Bündnis aus britischen, niederländischen, deutschen und preußischen Truppen. Bei der Schlacht kamen an einem einzigen Tag etwa 55 000 Menschen ums Leben.

Angeblich war es nicht das erste Mal, dass die französische Regierung sich an einer Abbildung der verhängnisvollen Schlacht störte. Dem französischen Magazin Le Point zufolge ließen die früheren Präsidenten Charles de Gaulle, François Mitterrand und Jacques Chirac bei Staatsbesuchen im Westminster-Palast die Wandgemälde in der Royal Gallery abdecken, die die Schlachten von Waterloo und Trafalgar zeigen.

 

 

Céline Peschard

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016